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Neues Album

Peaches: Mit Gleitgel gegen das Böse

Nach zehn Jahren kehrt die queere Electroclash-Künstlerin Peaches mit ihrem neuen Album "No Lube So Rude" zurück. Sie ist immer noch die Alte – im besten aller Sinne!


Peaches feiert in diesem Jahr ihren 60. Geburtstag (Bild: The Squirt Deluxe)

Vor kurzem ging unter dem Titel "2026 is the new 2016" ein Social-Media-Trend umher. Im Kontext dessen teilten Menschen nostalgisch konnotierte Fotos und Videos, die popkulturelle Phänomene der letzten Dekade wiederaufleben ließen. Deutlich wurde dadurch vor allem eins: In diesen zehn Jahren hat sich vieles verändert – und wenig davon zum Besseren.

Peaches ist nicht zu ersetzen


Das Album "No Lube So Rude" ist seit 20. Februar 2026 im Handel erhältlich

Wie lange sich zehn Jahre mitunter anfühlen können, muss man Fans der kanadischen Musikerin Peaches indes wohl nicht erklären. Denn ihr letztes Album "Rub" stammt aus dem Jahr 2016. Seitdem war es ruhig geworden um die Sängerin. Nicht wenige dürften sogar befürchtet haben, dass sie sich ihre eigene Existenzgrundlage selbst ein Stück weit entzogen hat – gibt es heute doch zahlreiche jüngere Epigonen wie etwa Brooke Candy oder das Londoner Duo New York, die sich von dem radikal-provokativen Kunstverständnisses der queeren Ikone beeinflusst zeigen.

Doch bei aller Freude über die Weiterführung ihres Erbes: Peaches selbst ist nicht zu ersetzen. Deutlich wird das einmal mehr auf ihrem neuen Album "No Lube So Rude" (Amazon-Affiliate-Link ) (zu dt.: "Kein Gleitmittel – wie unhöflich").

Direktlink | Offizielles Musikvideo zum Titelsong "No Lube So Rude"
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Allein der Titel ist bereits ein kleines Meisterwerk – gelingt es ihm doch in der Tradition linker Emanzipationskritik auf fabelhafte Weise, das private (Un-)Glück mit dem politischen zu verschränken. Denn der Ausspruch ist neben seiner sexuellen Explikation zugleich eine Allegorie auf den gesamtgesellschaftlichen Zustand, in dem es zunehmend rüde und ungehobelt zugeht. Nicht nur im Bett, sondern auch im sozialen Miteinander – so die naheliegende Interpretation – bedarf es eines adäquaten Schmiermittels, um üble Verletzungen vorzubeugen.

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Der Auftaktsong heißt "Hanging Titties".

Musikalisch indes ist bei Peaches alles beim Alten: Denn auch auf "Not Lube So Rude", ihrem mittlerweile siebten Soloalbum, dominieren elektronische Beats, die von Dance-, Punk- und Pop-Elementen flankiert werden. Darüber schwebt ihr charakteristischer Sprechgesang, der im Gestus der Contenance Zeilen vom Leder haut, die Apologeten der heterosexuellen Matrix jede Contenance verlieren lassen dürften. "If you say sneeze / I say bless you / If you beg / I will fist you up your ass / Pass the tissue / I've got issues", singt sie etwa im Auftaktsong "Hanging Titties".

Direktlink | Offizielles Musikvideo zu "Hanging Titties"
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Dass die offen bisexuell lebende Musikerin, die im November dieses Jahres 60 Jahre alt wird, dieses Stück als Opener gewählt hat, kann zugleich als Statement verstanden werden: Denn inmitten eines noch immer vom Jugendkult erfassten Popkulturbetriebes setzt sie die Auseinandersetzung mit alternden FLINTA-Körpern auf die Agenda. Nicht zuletzt ihr scheinbar grenzenloser Humor – der auch vor sich selbst nicht Halt macht – bewahrt sie dabei immer wieder davor, in eine allzu moralinsaure Belehrungshaltung zu verfallen.

Auch die übrigen zehn Titel wie "Not In Your Mouth None Of Your Business", "Fuck Your Face" oder "Fuck How You Wanna Fuck" folgen diesem Schema. Und so bleibt zu konstatieren: Ja, seit 2016 mag sich vieles verändert haben. Zum Glück aber nicht alles. Denn Peaches ist immer noch die Alte – im besten aller Sinne.

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