https://queer.de/?56954
Buchtipp
Muslimischer Jugendlicher verliebt sich in jüdischen Jungen
Im neuen Jugendroman "Mo & Moritz" von Julya Rabinowich verlieben sich ein muslimischer und ein jüdischer Jugendlicher im glamourösen Umfeld des Wiener Opernballs ineinander.

Symbolbild: Julya Rabinowich entwirft eine queere Liebesgeschichte, die Identität, Familie und gesellschaftliche Erwartungen sensibel miteinander verwebt (Bild: ChatGPT)
- 22. Februar 2026, 07:40h 2 Min.
Mo wächst in einer Familie mit muslimischen Wurzeln auf. Als er eine Friseurlehre in einem Wiener Nobelsalon beginnt, öffnet sich für ihn eine neue, schillernde Welt zwischen Styling, Status und Selbstinszenierung. Der entscheidende Moment kommt hinter den Kulissen des Wiener Opernballs: Dort begegnet er Moritz – und verliebt sich ausgerechnet in einen Jungen aus einer jüdischen Familie.
Queere Romance, die weit über das klassische Coming-out-Narrativ hinausgeht

"Mo & Moritz" ist als Taschenbuch und E-Book erhältlich
Was zunächst wie ein modernes Märchen anmutet, entwickelt sich rasch zu einer Geschichte über innere Zerrissenheit. Mo schwebt auf Wolke sieben, zugleich holen ihn Zweifel ein. Die Angst vor der Reaktion seiner Familie steht wie ein Schatten über dem neu entdeckten Glück. Zwischen religiöser Prägung, kultureller Zugehörigkeit und persönlicher Sehnsucht stellt sich die Frage, ob er zu Moritz und zu sich selbst stehen kann.
Mit "Mo & Moritz" legt Julya Rabinowich eine queere Romance vor, die weit über das klassische Coming-out-Narrativ hinausgeht. Die Autorin interessiert sich weniger für plakative Konflikte als für leise, emotionale Verschiebungen: für das Ringen um Loyalität, für Scham und Mut, für die Zerbrechlichkeit erster großer Gefühle. Zwei Jugendliche kämpfen hier nicht nur um ihre Liebe, sondern auch gegen tradierte Vorurteile und implizite Erwartungen ihrer jeweiligen Milieus.
Rabinowich, 1970 in St. Petersburg geboren und seit 1977 in Wien lebend, hat sich mit Romanen wie "Spaltkopf", "Herznovelle" und "Die Erdfresserin" als präzise Beobachterin gesellschaftlicher Bruchlinien etabliert. Auch im Jugendbuchbereich ist sie vielfach ausgezeichnet. Ihr Debüt "Dazwischen: Ich" erhielt unter anderem den Friedrich-Gerstäcker-Preis sowie den Österreichischen Kinder- und Jugendbuchpreis; es folgten "Hinter Glas", "Dazwischen: Wir" und "Der Geruch von Ruß und Rosen".

Autorin Julya Rabinowich (Bild: Michael Mazohl)
"Mo & Moritz" (Amazon-Affiliate-Link ), bereits als "Jugendbuch des Monats" der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur ausgezeichnet, knüpft an diese Tradition an. Der Roman erzählt von einer Liebe im Hier und Jetzt – verwurzelt in unterschiedlichen religiösen Hintergründen, angesiedelt im heutigen Wien und getragen von der universellen Sehnsucht nach Anerkennung und Selbstbestimmung. (dd/pm)
Julya Rabinowich: Mo & Moritz. Jugendroman. 224 Seiten. Hanser Verlag. München 2026. Paperback: 17 Euro (ISBN 978-3-446-28589-7). E-Book: 12,99 €.
Links zum Thema:
» Mehr Infos zum Buch, Leseprobe und Bestellmöglichkeit bei amazon.de
Mehr queere Kultur:
» auf sissymag.de
Informationen zu Amazon-Affiliate-Links:
Dieser Artikel enthält Links zu amazon. Mit diesen sogenannten Affiliate-Links kannst du queer.de unterstützen: Kommt über einen Klick auf den Link ein Einkauf zustande, erhalten wir eine Provision. Der Kaufpreis erhöht sich dadurch nicht.















