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Washington

Trump setzt in Rede zur Lage der Nation auf Trans-Feindlichkeit

Der US-Präsident macht in seiner Rede zur Lage der Nation wieder einmal Stimmung gegen trans Menschen.


Donald Trump sprach im US-Kongress fast zwei Stunden darüber, wie großartig er sei (Bild: IMAGO / ZUMA Press)
  • 25. Februar 2026, 08:24h 3 Min.

Bei der jährlichen Rede zur Lage der Nation hat US-Präsident Donald Trump am Dienstagabend (Ortszeit) vor beiden Kammern des Kongresses in Washington gegen die Akzeptanz von trans Menschen polemisiert. Der 79-Jährige kritisierte medizinische Behandlungen für trans Jugendliche und sprach sich für ein Verbot aus.

Trump beschäftigte sich in der Ansprache ausführlich mit dem Fall der Teenagerin Sage Blair aus dem Bundesstaat Virginia, die er mit ihrer Familie zu seiner Rede eingeladen hatte. "Im Jahr 2021 war Sage 14 Jahre alt, als Schulbeamte in Virginia versuchten, sie sozial in ein anderes Geschlecht zu überführen, sie als Jungen behandelten und dies vor ihren Eltern geheim hielten", empörte sich Trump. Das Mädchen sei von zu Hause weggelaufen, in ein Heim gesteckt worden und habe lange Zeit "furchtbar" gelitten. Der Fall zeige, dass demokratische Bundesstaaten "Kinder aus den Armen ihrer Eltern reißen".

Inzwischen habe Blair ein Vollstipendium in der Liberty University erhalten, so Trump weiter. Dabei handelt es sich um eine queerfeindliche Privat-Hochschule, in der etwa Homosexuelle exmatrikuliert werden, sollten sie nicht enthaltsam leben.

"Die Demokraten zerstören unser Land"

Trump nutzte das Beispiel, um die Demokraten als "verrückt" darzustellen, weil sie trans Jugendliche unterstützten. "Die Demokraten zerstören unser Land, aber wir haben es gerade noch rechtzeitig gestoppt, nicht wahr?", sagte er.

Der Fall um Blair ist hoch politisiert – so soll sie nach Angaben ihrer erzkonservativen Familie Opfer von Menschenhandel geworden sein. Belegte Details sind hingegen rar, auch weil offizielle Ermittlungsberichte wegen ihres Alters nur begrenzt zugänglich sind.

LGBTI-Aktivist*innen kritisierten Trump für seine erneute Attacke auf trans Menschen. Josh Ackley schrieb etwa im Magazin "The Advocate": "Eine komplexe und zutiefst persönliche Situation wurde zu einer einfachen moralischen Erzählung verdichtet, die darauf abzielte, Applaus zu erzeugen. Innerhalb weniger Augenblicke wurde die Erfahrung einer einzelnen Familie zur Grundlage für ein weitreichendes landesweites Verbot."

Laut wissenschaftlichen Untersuchungen senkt die Behandlung von trans Jugendlichen deren Suizid-Risiko enorm. Kürzlich wurde etwa eine entsprechende Studie im Fachmagazin "Journal of Pediatrics" veröffentlicht (queer.de berichtete).

In Trumps knapp zweistündige Rede lobte er seine eigene Politik überschwänglich – mit teils bizarren Aussagen wie: "Unser Land gewinnt wieder. Tatsächlich gewinnen wir so viel, dass wir gar nicht wissen, was wir damit anfangen sollen. Die Menschen sagen zu mir: 'Bitte, bitte, bitte, Herr Präsident, wir gewinnen zu viel. Wir halten das nicht mehr aus. Wir sind es in unserem Land nicht gewohnt zu gewinnen. Bis Sie kamen, haben wir einfach immer verloren — aber jetzt gewinnen wir zu viel.' Und ich sage: 'Nein, nein, nein, ihr werdet wieder gewinnen. Ihr werdet groß gewinnen; ihr werdet größer gewinnen als je zuvor.'" Laut einer aktuellen Umfrage der "Washington Post" lehnen allerdings 60 Prozent der US-Bevölkerung Trumps Politik inzwischen ab. (dk)

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