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Nach Entlassung von Schauspielerin
"Scream 7"-Regisseur äußert sich zu Anti-Israel-Demo bei Premiere
Bei der "Scream 7"-Premiere in L.A. protestierten Menschen für Palästina. Regisseur Kevin Williamson betonte, dass jede Stimme Gehör verdient. Melissa Barrera, die nach Pro-Palästina-Äußerungen vom Produktionsteam des Films gefeuert wurde, reagierte über ihre Instagram-Story.

Kevin Williamson schrieb nicht nur das Drehbuch von "Scream 7", sondern führte auch Regie (Bild: Gage Skidmore / flickr)
- 27. Februar 2026, 02:13h 3 Min.
Die Premiere von "Scream 7" in Los Angeles lief nicht ganz reibungslos ab. Auf dem roten Teppich waren sie zwar kaum zu hören, aber in etwas Entfernung protestierten etwa 30 Menschen lautstark gegen Israel.
Der Film hatte für Schlagzeilen gesorgt, da die Verantwortlichen im November 2023 Schauspielerin Melissa Barrera (35) entließen, nachdem sie in sozialen Medien Israel in die Nähe des Nazi-Regimes gerückt hatte. So bezeichnete sie Gaza als israelisches "Konzentrationslager" und warf dem jüdischen Staat "Völkermord und ethnische Säuberung" vor. Außerdem sagte sie, westlichen Medien würden eine einseitige Berichterstattung betreiben.
Einige Demonstrierende waren mit palästinensischen Flaggen zu sehen, andere hielten Schilder mit den Aufschriften "Paramount+ canceln" und "Steht für freie Meinungsäußerung und boykottiert Scream 7".
Außerdem war die Gruppe dabei zu hören, wie sie "Freiheit für Palästina" skandierte, während einige Trommeln und Trompeten spielten.
"Wir leben in Amerika"
Als Regisseur Kevin Williamson (60) auf die Proteste bei der Premiere angesprochen wurde, sagte er dem "Hollywood Reporter": "Ich habe sie gesehen, und mir ist kurz das Herz stehen geblieben. Wir leben in Amerika. Jeder hat das Recht zu protestieren, und jede Stimme sollte gehört werden. Wenn man seine Überzeugung hat und für diese einstehen möchte, dann protestiert man. Das ist Ihr Recht in diesem Land, und ich stehe voll dahinter. Ich unterstütze das zu 100 Prozent."
In einer Pressemitteilung erklärte die feministische Bewegung CODEPINK, dass die Protestaktion dazu diene, "auf die Scream-7-Boykott-Kampagne aufmerksam zu machen und das Publikum zu bitten, den Film nicht zu unterstützen". Nino Testa, Organisator der Kampagne und langjähriger Fan der Filmreihe, betonte: "Wir sehen Melissa Barrera als Teil der Scream-Community und halten es für unsere Verantwortung, Stellung zu beziehen, wenn ein Mitglied unserer Gemeinschaft geschädigt wurde."
Barrera selbst hatte nach den Protesten in ihrer Instagram-Story "Ich sehe euch" geschrieben und den Text mit einem Herz-Emoji versehen.
Die Entlassung von Barrera schlug hohe Wellen. Sowohl in der Berichterstattung als auch im Ensemble des Films selbst. Denn Schauspielerin Jenna Ortega (23) solidarisierte sich mit ihrer großen Leinwand-Schwester und stieg nur einen Tag nach deren Rauswurf aus dem Projekt aus.
Neve Campbell wieder mit an Bord
Nach der Entlassung von Barrera holte das "Scream"-Franchise für den siebten Teil Neve Campbell (52) zurück, die bereits in den ersten fünf Teilen mitspielte.
Was die Handlung angeht, dürfte es wieder spannend werden: Als eine neue Mordserie die Idylle von Sidney Prescott (Campbell) zerstört, wird schnell klar: Ohne ihr Eingreifen wird es noch viele weitere Tote geben. An ihrer Seite kämpfen alte und neue Verbündete: Die hartnäckige Journalistin Gale Weathers (Courteney Cox) ist zurück, ebenso wie die Geschwister Chad (Mason Gooding) und Mindy Meeks-Martin (Jasmin Savoy Brown).
"Scream 7" ist am Donnerstag in Deutschland gestartet.
Williamson schrieb die Drehbücher für die ersten beiden "Scream"-Teile (1996/1997) sowie Teil vier (2011). Auch der neueste Film stammt aus seiner Feder. Der 60-Jährige iat offen schwul und hatte 2021 darüber gesprochen, dass die Horrorfilmreihe codiert auch homosexuelle Männer ansprechen sollte, die sich mit dem "final girl", also Campbells Figur, identifizieren könnten: "Als ein schwules Kind habe ich mich mit dem 'final girl' und ihrem Kampf identifiziert, weil man als schwules Kind ähnlich handeln musste, um zu überleben", erklärte er damals. "Man sieht diesem Mädchen dabei zu, wie es die Nacht überlebt und welches Trauma ihm widerfährt. Ich denke, die 'Scream'-Filme sind ein Code für schwules Überleben" (queer.de berichtete).(spot/cw)
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