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"Eigenartige Handlungen sexueller Natur"

Uganda: Zwei Frauen nach öffentlichen Küssen festgenommen

Weil sie sich in der Öffentlichkeit geküsst haben sollen, wurden zwei Frauen in der nordwestugandischen Stadt Arua von der Polizei festgenommen. Nachbar*innen hatten sie verpetzt.


Symbolbild (Bild: ChatGPT)

  • 27. Februar 2026, 08:16h 2 Min.

In Uganda sind zwei Frauen von der Polizei festgenommen worden, nachdem sie sich Berichten zufolge in der Öffentlichkeit geküsst hatten. Nach Angaben der Polizei waren Hinweise von Anwohner*­innen eingegangen, die von "eigenartigen Handlungen sexueller Natur" gesprochen hätten.

Die Festnahme erfolgte am 18. Februar in der nordwestugandischen Stadt Arua, wie Polizeisprecherin Josephine Angucia mitteilte. Den Angaben zufolge seien die beiden Frauen wiederholt beim Küssen beobachtet worden. Sie kamen später gegen Kaution frei. Eine Anklage wurde bislang nicht erhoben, da die Ermittlungen noch andauern.

Todesstrafe für homosexuelle "Wiederholungstäterinnen oder Wiederholungstäter"

Der Fall gilt als einer der ersten bekannt gewordenen Vorfälle dieser Art seit Inkrafttreten des verschärften Anti-LGBT-Gesetzes. Das Gesetz war im Mai 2023 von Ugandas Präsident Yoweri Museveni ungeachtet scharfer internationaler Proteste unterzeichnet worden (queer.de berichtete). Bereits zuvor war Homosexualität in der ehemaligen britischen Kolonie verboten gewesen, das neue Gesetz bedroht homosexuelle "Wiederholungstäterinnen oder Wiederholungstäter" allerdings erstmals mit der Todesstrafe.

Das neue Gesetz hatte bei den Vereinten Nationen, bei Menschenrechts-Organisationen und in vielen westlichen Ländern für Empörung gesorgt. So erklärte die Weltbank im August 2023, Uganda keine Kredite mehr zu gewähren, da das Gesetz "grundlegend gegen die Werte der Weltbank verstößt" (queer.de berichtete). Die USA weiteten Visa-Restriktionen gegen ugandische Beamt*innen wegen des Gesetzes aus (queer.de berichtete). Die Reaktion der deutschen Bundesregierung war hingegen eher verhalten (queer.de berichtete). Im April 2024 wies der Verfassungsgerichtshof von Uganda mehrere Klagen gegen das queerfeindliche Gesetz ab.

Der ugandische LGBTI-Aktivist Frank Mugisha erklärte, der Fall der beiden sich küssenden Frauen verdeutliche die angespannte Lage für queere Menschen im Land. Die gezielte Unterdrückung habe seit Inkrafttreten des Gesetzes zugenommen und führe vermehrt zu Erpressung und Einschüchterung. (cw)

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