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USA
Shia LaBeouf: "Schwule Menschen machen mir Angst"
Der "Transformers"-Star äußerte sich erstmals in einem Interview, nachdem er beim Mardi Gras zwei Männer unter homophoben Beschimpfungen attackiert haben soll.

Shia LaBeouf in dem am Wochenende veröffentlichten Interview
- 2. März 2026, 09:55h 3 Min.
In seinem ersten Interview seit der alkoholisierten körperlichen Auseinandersetzung beim Mardi Gras in New Orleans, die zu seiner Verhaftung wegen Körperverletzung führte, hat Schauspieler Shia LaBeouf angedeutet, er sei von schwulen Männern provoziert worden.
In einem langen und chaotischen Gespräch mit Youtuber Andrew Callaghan sagte LaBeouf, er denke, sein aggressives Verhalten habe weniger mit Alkohol als mit seinem Ego zu tun, eine Art napoleonischer Kleine-Männer-Komplex. Konkrekt zu der Mardi-Gras-Nacht meinte er: "Was löst diese Wut in einem aus? Junge, das habe ich schon lange nicht mehr erlebt. Aber ganz ehrlich: große, schwule Menschen machen mir Angst."
Dem Schauspieler wird vorgeworfen, am 17. Februar im betrunkenen Zustand im French Quarter zwei Männer mit homophoben Beleidigungen angegriffen zu haben (queer.de berichtete). In dem Interview führte er allerdings aus: "Wenn ich allein da stehe und drei schwule Typen neben mir sind und mein Bein berühren, bekomme ich Angst. Tut mir leid. Wenn das homophob ist, dann bin ich das."
Das sei so das erste Mal passiert, sagte der Schauspieler weiter. Auf die Rückfrage, ob er sagen wolle, dass er begrapscht und umzingelt worden sei, ging er mit Verweis auf seinen Anwalt nicht ein. Der Schauspieler betonte aber, man könne sich versöhnen, und an anderer Stelle, dass der Vorfall auf seine Kappe gehe. Es sei immer falsch, jemanden zu schlagen.
"Sei woanders schwul"
Der 39-Jährige sagte weiter auf die allgemeine Frage, was ihn ausrasten lässt: "Wenn meine Männlichkeit infrage gestellt wird, wenn jemand meine Freundin oder mein Kind berührt – oder, wie du weißt, ich habe nichts gegen Schwule. Aber sei ruhig woanders schwul. Sei nicht schwul auf meinem Schoß." Er habe nie etwas gegen Schwule gehabt, sogar für geschlechtsangleichende Operationen bezahlt, so eine weitere Passage in dem wirren Interview. Er sei traditionell katholisch und wisse, was die Bibel über Homosexualität sage.
Laut einem ersten Polizeibericht hatte LaBeouf nach dem Vorfall beim Mardi Gras gesagt: "Diese Schwuchteln stecken mich ins Gefängnis – ich bin katholisch". Ein Mitarbeiter habe versucht, den Schauspieler eines Lokals zu verweisen. LaBeouf habe den Mann dann mehrfach mit "geballten Fäusten" geschlagen und später einer weiteren Person auf die Nase geschlagen.
Der Barmitarbeiter sagte später in Interviews, er habe Makeup und Eyeliner getragen und sei wohl deshalb von dem Schauspieler attackiert, schwulenfeindlich beschimpft und bedroht worden. Die andere angegriffene Person betonte, LaBeouf habe diverse Leute als "Schwuchteln" bezeichnet und damit auch ihn als queeren Mann gemeint.
Ein Promi als Gefahr für die Nachbarschaft
Während einer Anhörung am 26. Februar hatte Richterin Simone Levine vom örtlichen Strafgericht in Orleans für LaBeouf eine Kaution angeordnet, neben wöchentlichen Drogentests und einer obligatorischen Drogen- und Alkoholrehabilitation. Sie stellte ihn zudem als Gefahr für die Sicherheit von New Orleans und dessen queere Community dar. "Dieser Angeklagte nimmt seine Alkoholsucht nicht ernst", sagte Levine. "Das Gericht ist der Ansicht, dass er die Schwere der ihm vorgeworfenen Taten nicht begreift." (cw)
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