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Sport
USA Rugby schließt trans Frauen aus Frauen-Wettbewerben aus
Der nationale Dachverband orientiert sich am US-Olympia-Komitee und der transfeindlichen Trump-Politik. Trans Männer dürfen bei den Männern antreten, eine dritte "offene" Kategorie wird eingeführt.
- 4. März 2026, 01:18h 3 Min.

USA Rugby umfasst rund 130.000 Mitglieder samt Teams im Profi- und Collegesport sowie Nationalmannschaften und Wettbewerbe
USA Rugby hat eine neue Wettbewerbsrichtlinie verabschiedet, die trans Frauen vom Frauensport ausschließt und damit eine deutliche Wende in der bisherigen Sportpolitik des nationalen Dachverbands für Rugby Union und Siebener-Rugby markiert. Die bereits am 20. Februar in Kraft getretene Neuregelung wurde am Freitag bekanntgegeben.
Die Frauen-Kategorie ist nun ausschließlich für Sportlerinnen geöffnet, die "bei der Geburt als weiblich zugeordnet" wurden. Trans-Frauen dürfen in dieser Kategorie also nicht mehr teilnehmen, während in der Männer-Kategorie "alle registrierten Männer" teilnehmen dürfen, was trans Männer umfasst. Gleichzeitig wurde eine dritte Kategorie, die sogenannte "Open Division", geschaffen, in der alle Athlet*innen unabhängig von ihrer Geschlechtsidentität teilnehmen können.
USA Rugby begründet diese einschneidende Änderung damit, dass man den im letzten Sommer verabschiedeten Richtlinien des United States Olympic and Paralympic Committee (USOPC) entsprechen müsse. Das Komitee schloss damit vor den Olympischen Spielen in Los Angeles 2028 praktisch alle trans Frauen aus dem Sport aus (queer.de berichtete). Sportverbände müssen die Regelungen umsetzen, andernfalls drohten Sanktionen, darunter der Verlust des Status als nationaler Sportverband und damit verbundene Rechte, Versicherungen und die Anerkennung offizieller Wettbewerbe.
Trump-Politik verändert den Weltsport
Das USOPC reagierte damit wie weitere Verbände auf ein kurz nach seiner Amtsübernahme im Februar 2025 unterzeichnetes Dekret von US-Präsident Donald Trump, mit dem er die Teilnahme von trans Frauen im Frauensport untersagte (queer.de berichtete). Der trans Frauen ihre Identität absprechende Titel "Keeping Men Out of Women's Sports" ist ein häufig genutzter Slogan des Politikers, der insgesamt stark auf Queer- und vor allem Transfeindlichkeit setzt.
Bislang hatte USA Rugby, wie viele internationale Verbände, auf die älteren Leitlinien des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) aus dem Jahr 2015 Bezug genommen. Danach konnten trans Frauen unter bestimmten medizinischen Voraussetzungen – etwa mit nachgewiesener Testosteronsenkung über mindestens zwölf Monate – in der Frauen-Kategorie mitspielen.
Teilweise regt sich Widerstand
Die Neuerung hat breite Kritik ausgelöst. In der Rugby-Community formiert sich Widerstand gegen das Verbot, insbesondere bei inklusiven und queeren Clubs. So veröffentlichte etwa die Redaktion der Rugby-Plattform "Your Scrumhalf Connection" einen Aufruf an Vereine, sich kollektiv für die neue "Open Division" anzumelden, um die Frauen-Kategorie bewusst leer stehen zu lassen und so für eine Rücknahme der Regelung zu protestieren. Gegner der Änderung warnen, dass der Schritt keine nachgewiesenen Sicherheits- oder Fairness-Vorteile biete und stattdessen trans Athletinnen aus dem Frauensport ausgrenze, sie stigmatisiere und diskriminiere. Auch einzelne Vereine wie das queere Team Atlanta Bucks haben sich öffentlich gegen die neue Regelung gestellt und ihre Solidarität mit betroffenen Spielerinnen bekundet.
USA Rugby betont in seiner Stellungnahme trotz der Änderung, dass man sich weiterhin gegen Diskriminierung aufgrund von sexueller Orientierung oder Geschlechtsidentität einsetze und Programme wie "SafeSport" zur Meldung und Prävention von Vorfällen im Sport unterstütze. (cw)














