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Italien

Comiczeichner Jacopo Camagni gestorben

Der Autor und queere Aktivist starb mit 48 Jahren an Komplikationen nach einer Herzoperation.


Jacopo Camagni lebt in seinen Werke und seinem Einsatz für die Community fort (Bild: ComicCon, Jacopo Camagni / instagram)
  • 5. März 2026, 08:04h 2 Min.

Die internationale Comicszene trauert um den italienischen Zeichner und Autor Jacopo Camagni. Der Künstler, der unter anderem für Marvel Comics arbeitete und sich stark für queere Sichtbarkeit in Comics einsetzte, starb am 1. März im Alter von 48 Jahren an Komplikationen nach einer Herzoperation.

Camagni galt als einer der international erfolgreichsten italienischen Comiczeichner seiner Generation. Geboren 1977 in Bologna, entdeckte er schon früh seine Leidenschaft für Comics. Erste Aufmerksamkeit erhielt er Ende der 1990er-Jahre, als er an einer Graphic Novel über "Lupin III" arbeitete – ein Projekt unter der Aufsicht des japanischen Mangaka Monkey Punch.

Durchbruch mit Marvel

International bekannt wurde Camagni spätestens, als er 2008 einen Talentwettbewerb von Marvel gewann. In den folgenden Jahren zeichnete er für zahlreiche Serien und Figuren des Verlags, darunter "Deadpool", "Captain Marvel" und "X-Men". Auch an der "Star Wars"-Comicreihe über Kanan Jarrus war er beteiligt. Sein Stil galt als dynamisch, erzählerisch präzise und visuell ausdrucksstark.

Instagram | "Du hast mir die Bedeutung des Wortes Liebe gelehrt, den reinsten Sinn für Gerechtigkeit und Schwesternschaft, und mir deine Kunst geschenkt", verabschiedete sich Jacopos Partner Rob bei Instagram (dort kompletter Text neben/unter Bild). "Wir haben gemeinsam auf den Straßen gekämpft und auf unsere Weise unzählige Male gesiegt. Diese letzte Reise hat es nicht geschafft, doch ich werde die Küsse, die du mir mit deiner letzten Kraft geschickt hast, als letztes von unendlichen Geschenken in Ehren halten."
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Parallel zu seinen Arbeiten für große Verlage entwickelte Camagni auch eigene Projekte. Besonders erfolgreich war die Urban-Fantasy-Serie "Nomen Omen", die er gemeinsam mit Autor Marco B. Bucci schuf. Die Reihe erschien zunächst in Italien und wurde später auch in den USA veröffentlicht. Ein weiteres gemeinsames Projekt war die Fortsetzung "Arcadia".

Einsatz aus uns für die Community

Neben seinem künstlerischen Erfolg war Camagni auch in der LGBTQIA+-Community aktiv. Der schwule Künstler engagierte sich für queere Sichtbarkeit im Comicbereich. Er wirkte an mehreren Pride-Anthologien und -Covern mit, wie beispielsweise an "Marvel Voices: Pride Issue" von 2021, Pride-Ausgaben wie "Star Wars Bounty Hunters #13" aus dem Jahr 2021 sowie ebenfalls von Dark Horse "The Pride", das von LGBTQ+-Helden handelt, die es satt haben, dass heterosexuelle Helden die ganze Aufmerksamkeit bekommen. In Bologna arbeitete er im queeren Zentrum Cassero mit und gründete mehrere Projekte, darunter die Gilda del Cassero, einen Treffpunkt für junge queere Menschen rund um Rollenspiele.

Weggefährt*innen und Verlage würdigten Camagni nach seinem Tod als leidenschaftlichen Künstler und warmherzigen Menschen. Seine Karriere, die sich über fast drei Jahrzehnte erstreckte und zwischen Italien und den USA verlief, habe gezeigt, wie stark europäische Comic-Kunst die globale Szene prägen kann. Für viele Fans und Kolleginnen bleibt er nicht nur wegen seiner Zeichnungen in Erinnerung, sondern auch als sichtbarer und hörbare queere Stimme in der Comicbranche. (cw)

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