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Weltmeister
Menschen in Deutschland und Schweden haben am wenigsten Probleme mit Homosexualität
In Deutschland haben Menschen nur vereinzelt moralische Probleme mit Homosexualität – international gesehen gibt es kaum ein Land, das so gechillt ist wie die Bundesrepublik.

Queere Demonstrierende vor dem Reichstagsgebäude (Bild: IMAGO / Metodi Popow)
- 6. März 2026, 04:01h 2 Min.
94 Prozent der Menschen in Schweden und Deutschland halten Homosexualität nicht für moralisch falsch. Das geht aus einer am Donnerstag veröffentlichten Umfrage des renommierten Pew Research Center aus Washington hervor, das Menschen aus 25 Ländern repräsentativ zu Einstellungen zu Moral und Ethik befragt hatte.
Deutschland und Schweden führen in der Frage zu Homosexualität die Liste an. Danach folgen Spanien (93 Prozent), die Niederlande (91 Prozent) sowie Italien und Frankreich (je 87 Prozent). Als erstes Nicht-EU-Land liegt Australien auf Platz sieben (85 Prozent).
In den Vereinigten Staaten stimmen noch 60 Prozent der Aussage zu, dass Homosexualität moralisch sei. Damit liegt das Land von Donald Trump im unteren Drittel – noch hinter Japan, Mexiko und sogar Ungarn. Ganz unten auf der Liste stehen Indien (20 Prozent), die Türkei (15 Prozent), Indonesien (6 Prozent) und Nigeria (4 Prozent).

Die Akzeptanz von Homosexualität ist in den meisten Ländern in den letzten Jahrzehnten massiv angestiegen, wie aus älteren Umfragen des Pew Research Center hervorgeht. Bei einer ähnlichen Befragung aus dem Jahr 2019 stimmten etwa "nur" 86 Prozent der Menschen in Deutschland zu, dass Homosexualität gesellschaftlich akzeptiert werden sollte. Die USA sind allerdings ein Ausreißer: Hier antworteten dieser Aussage vor sieben Jahren noch 72 Prozent mit "ja", in der neuen Befragung ist die Zustimmung zwölf Prozentpunkte niedriger.
Katholik*innen haben weniger Probleme mit Homosexuellen als Protestant*innen
Aus der neuen Befragung geht auch hervor, dass Frauen toleranter gegenüber Homosexuellen sind als Männer – und Katholik*innen offener als Protestant*innen. In den USA halten etwa 59 Prozent der Menschen mit protestantischem Glauben Homosexualität für falsch – und katholischen Gläubigen sind es nur 34 Prozent. Auch in Deutschland ist dieser Unterschied messbar: Sieben Prozent der deutschen Protestant*innen verurteilen Homosexuelle als moralisch falsch, aber lediglich vier Prozent der katholischen Menschen.
Deutschland zeigt sich auch bei anderen moralischen Fragen als eine der tolerantesten – etwa wenn es um Abtreibungen oder außereheliche Affären geht. Auch Pornografie wird hierzulande eher locker gesehen: So finden es nur 28 Prozent der deutschen Bevölkerung moralisch inakzeptabel, Pornos zu konsumieren. In den USA sind es 52 Prozent, in Indonesien und Nigeria sogar 85 Prozent.
Die Zahlens stammen aus der Global Attitudes Survey, bei der in der ersten Jahreshälfte 2025 mehrere Zehntausend Menschen befragt worden sind. (dk)














