https://queer.de/?57129
Weitere Auseinandersetzung
ESC: Israels TV-Sender reicht Beschwerde gegen schwedische Teilnehmerin ein
Der Eurovision Song Contest kommt nicht zur Ruhe: Der öffentlich-rechtliche Sender Israels stört sich an einem Statement der schwedischen Teilnehmerin Felicia, die Israel am liebsten aus dem Liederwettbewerb ausschließen möchte.

Felicia nach ihrem Sieg beim schwedischen ESC-Vorentscheid (Bild: SVT)
- 10. März 2026, 07:41h 2 Min.
Der israelische öffentlich-rechtliche Sender Kan geht laut Medienberichten gegen israelkritische Äußerungen der schwedischen ESC-Teilnehmerin Felicia Eriksson vor – und soll Beschwerde bei der Europäischen Rundfunkunion (EBU) eingereicht haben. Hintergrund sind Interviewaussagen der 24-jährigen Sängerin, in denen sie erklärte, Israel solle nicht am Wettbewerb teilnehmen und sie wolle "dafür sorgen, dass Israel nicht gewinnt".
Eriksson, die nur unter ihrem Vornamen Felicia bekannt ist, hatte ihre Kritik kurz nach ihrem Sieg beim Vorentscheid "Melodifestivalen 2026" in schwedischen Medien geäußert. Sie argumentierte laut "Aftonbladet", der Wettbewerb solle für "Liebe und Zusammenhalt" stehen und nicht mit Krieg und Konflikten in Verbindung gebracht werden.
Verstieß Felicia gegen ESC-Regeln?
Der Sender Kan wertet diese Aussagen laut Berichten als möglichen Verstoß gegen die Regeln des Eurovision Song Contest, die politische Stellungnahmen von Teilnehmenden einschränken. Die israelische Seite beruft sich dabei insbesondere auf den Anspruch des Wettbewerbs, ein politisch neutrales Kulturereignis zu bleiben.
Berichte über die mögliche Beschwerde erschienen zunächst in ESC-Fachmedien und wurden anschließend von schwedischen Medien aufgegriffen. Demnach hat Israel inzwischen auch eine formelle Beschwerde bei der EBU eingereicht, die den Wettbewerb organisiert.
Die Kontroverse fällt in eine ohnehin politisch angespannte Phase für den Eurovision Song Contest. Israels Teilnahme steht seit dem islamistischen Terroranschlag vom 7. Oktober 2023 mit mehr als 1.100 Todesopfern sowie den darauffolgenden Gaza-Krieg verstärkt in der Kritik; mehrere Länder boykottieren deshalb den ESC in diesem Jahr, darunter etwa die Niederlande und Spanien (queer.de berichtete).
Laut Wettbüros zählen sowohl der Beitrag Israels als auch der Schwedens zum erweiterten Favoritenkreis. Für Israel tritt Noam Bettan mit dem Song "Michelle" an, einer nichtpolitischen Ballade.
|
|
Israel und Schweden werden beide beim ersten ESC-Halbfinale am 12. Mai in Wien um den Einzug ins Finale kämpfen. Insgesamt treten dort 15 Acts auf, darunter auch Boy George für San Marino (queer.de berichtete). Von diesen Songs qualifizieren sich zehn für die Finalrunde. In dieser Show darf auch das deutsche Publikum mit abstimmen. Das Finale findet dann am 16. Mai statt. (cw)













