https://queer.de/?57209
"Ich würde mich freuen, wenn er mitfährt"
Queerbeauftragte will Kanzler Merz zu CSD einladen
Laut LSU würde der Bundeskanzler zum CSD kommen, wenn er nur eingeladen werden würde. Nun will Sophie Koch eine derartige Einladung aussprechen.

Sophie Koch will, dass Friedrich Merz zum CSD kommt (Bild: Stefan Kraft, Deutscher Bundestag / Thomas Imo / photothek)
- 15. März 2026, 12:14h 2 Min.
Die Queerbeauftragte der Bundesregierung, Sophie Koch (SPD), will Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) auf ihren Festwagen bei der CSD-Demo einladen. "Wir werden ihn auf jeden Fall einladen: Ich würde mich freuen, wenn er mitfährt", sagte die Beauftragte der Bundesregierung für die Akzeptanz sexueller und geschlechtlicher Vielfalt den Funke-Zeitungen vom Sonntag.
Bisher hat Koch nach eigener Aussage noch keine Chance gehabt, mit Merz persönlich über die Anliegen der queeren Community zu sprechen. Sie habe aber Termine mit Kanzleramtsminister Thorsten Frei und Ehrenamtsministerin Christiane Schenderlein (beide CDU) gehabt, "und die Gespräche mit beiden waren gut". Im Hinblick auf ein Gespräch mit Merz sagte Koch: "Wir arbeiten dran."
Die SPD-Politikerin will vorschlagen, dass rund um den Internationalen Tag gegen Homo-, Bi-, Inter-, Transfeindlichkeit am 17. Mai die Regenbogenflagge auf allen Ministerien und auch dem Bundestag wehen soll – "am besten mit Rahmenprogramm". Ihr Ziel sei, "dass wir keine Flaggendebatte führen, sondern sich die Regierung mit diesem Zeichen vor die Community und auch unsere vielen queeren Beschäftigten stellt", sagte Koch.
Merz verteidigte letztes Jahr Regenbogenfahnenverbot am Reichstagsgebäude
Beim letztjährigen Christopher Street Day in Berlin hatte auf dem Bundestag – anders als in den Vorjahren – keine Regenbogenfahne geweht. Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) hatte das Hissen der Fahne verboten (queer.de berichtete). Kanzler Merz verteidigte seine Parteifreundin mit den Worten: "Der Bundestag ist ja nun kein Zirkuszelt" (queer.de berichtete). Diese Äußerung wurde von queeren Organisationen scharf kritisiert.
Im letzten Jahr hatte der Chef der Lesben und Schwulen in der Union erklärt, dass eine CSD-Teilnahme des Kanzlers ein Zeichen setzen würde. "Vielleicht hat ihn noch niemand eingeladen. Ich glaube, er würde das machen", so Sönke Siegmann damals (queer.de berichtete). Nun wird sich zeigen, ob der LSU-Bundesvorsitzende Recht hatte. (AFP/cw)














