https://queer.de/?57217
- 16. März 2026, 06:45h 1 Min.

Die Tabasco Bar begleitete die schwule Szene über Jahrzehnte (Bild: Tabasco Bar)
Eine der ältesten noch bestehenden Treffpunkte der schwulen Szene im Nollendorfkiez hat für immer ihre Türen geschlossen: Die Tabasco Bar in der Fuggerstraße 3 in Berlin-Schöneberg war am Sonntag zum letzten Mal geöffnet. "Eine Ära geht zu Ende", erklärte die Bar auf ihrer Website. "Nach fast 70 Jahren ist am 15.03.2026 endgültig Schluss. Wir bedanken uns bei Euch allen für eine großartige und geile Zeit."
Die Geschichte des Lokals begann in den Fünfzigerjahren. An der Adresse befand sich ursprünglich die Robby Bar bzw. Schultheiss-Klause. 1959 wurde das Lokal in Tabasco Bar umbenannt. Das Lokal galt als eher dunkle und intime Cruisingbar für Schwule allen Alters. Sie überstand verschiedene Phasen der Berliner queeren Kultur – von der Nachkriegszeit über die Aids-Krise bis zur heutigen Club-Szene.
Viele derartige Bars verschwinden allerdings mehr und mehr. 2024 erwischte es etwa auch die Tom's Bar an der Motzstraße. Gründe sind Gentrifizierung, steigende Mieten-, Energie- und Personalkosten und eine durch Apps veränderte Dating-Kultur. Zudem beklagten Bar-Betreiber*innen im Kiez auch ansteigende Gewalt und Kriminalität. "Es hat eine Dimension angenommen, die an die Substanz geht", sagte der Inhaber der Tabasco Bar 2016 im "Tagesspiegel". (cw)













