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Musikfestivals
Ein queerer Sommer: Lolla, Superbloom & Co
Der Festivalsommer 2026 wird so popgeladen und queer wie nie zuvor. Wer Zara, Lorde, Ayliva & Co. durch Europa folgen will, hat dafür mehr Bühnen als in den Vorjahren.

Die queere neuseeländische Künstlerin Lorde tritt sowohl bei Lollapalooza Berlin als auch bei Superbloom auf (Bild: Thistle Brown)
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16. März 2026, 10:58h 5 Min.
Nach den letzten regnerischen und windigen Wochen wächst bei vielen Musikfans die Sehnsucht nach dem Festivalsommer. Endlich wieder draußen sein, Musik hören, Menschen treffen – all das, was man in den dunklen Monaten ein bisschen vermisst. Und auch wenn manche für ein oder zwei Festivaltage ähnlich viel ausgeben wie andere für eine Woche All Inclusive im Fünf-Sterne-Hotel, nehmen viele das gern in Kauf. Am Ende zählen die gemeinsamen Erlebnisse mit Freund*innen, Familie und den Leuten, die man erst vor Ort kennenlernt.
2026 bringt die Festivalsaison zudem ein paar spannende Veränderungen mit sich. Ein großes Festival verlängert sein Programm erstmals von zwei Tagen auf fast eine ganze Woche, was für viele Besucher*innen neue Möglichkeiten eröffnet. Gleichzeitig dürfen sich Fans queerer Künstler*innen besonders freuen: Zahlreiche Acts wurden bestätigt, die die Line-ups noch vielfältiger machen.
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Ein Traum für Girls & Gays: das Lollapalooza Berlin 2026
Eines der Festivals, auf das viele Pop- und Queer-Fans jedes Jahr besonders hinfiebern, steht 2026 wieder im Berliner Olympiapark an: das Lollapalooza Berlin. Am 18. und 19. Juli wird das Gelände erneut zum Treffpunkt für alle, die Popkultur, Community-Vibes und große Live-Momente lieben – und gerade Girls & Gays bekommen diesmal einiges geboten.
Schon das Line-up zeigt, wie stark das Lolla in diesem Jahr auf Acts setzt, die in queeren Szenen längst fest verankert sind. Zara Larsson und Lorde gehören aktuell zu den meistgehypeten Popstars überhaupt – beide mit einer riesigen LGBTI-Fanbase und Songs, die in queeren Räumen seit Jahren Dauerschleife laufen. Dazu kommt Ayliva, eine der erfolgreichsten Künstlerinnen Deutschlands, deren Popularität weit über die Charts hinausgeht und die mit ihrer Präsenz ein klares Highlight im Programm setzt.
Gleichzeitig gibt es 2026 auch Momente, die sich persönlicher anfühlen. Baran Kok, der in den letzten Jahren vor allem online und in queeren Communities immer mehr Aufmerksamkeit bekommen hat, steht endlich auf einer Bühne, die seiner Reichweite und seinem Talent gerecht wird. Für viele dürfte das ein besonders emotionaler Auftritt werden.
Insgesamt wirkt das Lolla-Line-up 2026 so divers, popaffin und communitynah wie lange nicht mehr. Wer Festivalwochenenden am liebsten mit starken Stimmen, queerer Energie und einem ordentlichen Schuss Popkultur verbringt, dürfte im Juli im Olympiapark genau richtig sein.
A Never Ending Midnight Sun über München: Superbloom 2026
Und wer nach dem Lolla noch nicht genug Pop-Energie gesammelt hat, kann ein paar Wochen später in München direkt weitermachen: Beim Superbloom 2026 stehen viele der Acts, die in Berlin schon für Begeisterung sorgen, erneut auf dem Programm. Für Girls & Gays ist das ein echter Bonus – schließlich gehören Namen wie Zara Larsson oder Baran Kok eben zu genau jenen Artists, die in queeren Communities besonders gefeiert werden.
Neu ist in diesem Jahr vor allem das Konzept: Statt sich nur auf das Wochenende zu konzentrieren, teilt das Superbloom sein Programm erstmals in "Experience Days" und "Concerts" auf. Am Samstag und Sonntag gibt es im Olympiapark die gewohnte Mischung aus Live-Musik, Performances und Talks – mit Artists wie Zartmann, Ikkimel oder Tom Odell, die alle ihre eigenen, sehr unterschiedlichen Fanbubbles mitbringen und das Gelände musikalisch breiter aufstellen.
Unter der Woche geht es dann weiter: Die Concerts verteilen sich von Montag bis Freitag auf zwei neue Bühnenflächen und holen einige der größten Namen des Line-ups nach München. Lorde eröffnet die Reihe, Sombr übernimmt den Dienstag, Lewis Capaldi steht am Mittwoch auf der Bühne, und Ayliva bringt am Donnerstag eine der erfolgreichsten deutschen Stimmen auf die Bloom-Stage. Teilweise werden die Shows von Support Acts begleitet, und der Act für den Freitag wird noch bekanntgegeben.
So wird das Superbloom 2026 nicht nur länger, sondern auch vielseitiger – und zu einem weiteren Termin, der für viele Girls & Gays fest im Sommerkalender stehen dürfte.
Mehr Bühnen, mehr Städte, mehr Auswahl
Neben dem Lollapalooza und dem Superbloom stehen 2026 natürlich noch viele weitere Festivals an – nicht nur in Deutschland, sondern auch im Ausland. Zu den nationalen Highlights zählt dabei das Glücksgefühle-Festival, das vom 3. bis 6. September wieder den Hockenheimring übernimmt. Mit Acts wie David Guetta, den No Angels oder Ski Aggu zeigt sich schon auf den ersten Blick, wie breit dieses Festival musikalisch aufgestellt ist und wie selbstverständlich hier Pop, Dance und Deutschrap nebeneinander existieren.
Wer für ein paar Tage raus aus Deutschland möchte, landet oft beim Sziget-Festival in Budapest. 2026 überschneiden sich das Line-up allerdings stark mit den deutschen Festivals – unter anderem treten dort ebenfalls Zara Larsson oder Sombr auf. Für viele ist das trotzdem ein willkommener Kurztrip, weil das Sziget mit seinem Insel-Feeling und dem internationalen Publikum eine ganz eigene Atmosphäre mitbringt.
Einen echten Wow-Moment liefert dagegen das Primavera Sound in Barcelona. Dort steht 2026 unter anderem Doja Cat auf dem Programm – eine der aktuell größten internationalen Pop Artists überhaupt. Für viele Festivalfans ist das ein Grund, den Sommer nicht nur in Deutschland, sondern auch am Mittelmeer zu feiern.














