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London

Kevin Spacey einigt sich bei neuer Missbrauchsklage außergerichtlich

Der Hollywoodstar einigte sich in einem Zivilprozess mit drei Männern, die ihm sexuelle Übergriffe vorgeworfen hatten.


Kevin Spacey feierte in seiner Rolle als skrupelloser Politiker Frank Underwood in der Netflix-Serie "House of Cards" große Erfolg, bis ihn Missbrauchsvorwürfe einholten (Bild: Netflix)

Kevin Spacey hat einen erneuten Rechtsstreit in Großbritannien abgewendet. Der 66-jährige Hollywood-Schauspieler, bekannt aus "American Beauty" und der Dramaserie "House of Cards", einigte sich außergerichtlich mit drei Männern, die am Londoner High Court eine Zivilklage gegen ihn eingereicht hatten. Spacey hat stets jegliches Fehlverhalten bestritten.

Die drei Kläger, darunter der Schauspieler Ruari Cannon, der auf sein Recht auf Anonymität verzichtet hatte, sowie zwei weitere Männer, die anonym blieben, warfen Spacey sexuelle Übergriffe zwischen 2000 und 2015 vor (queer.de berichtete). Sie sollen sich ereignet haben, nachdem sie ihn in seiner Zeit als Künstlerischer Direktor des Londoner Old Vic Theaters kennengelernt hatten.

Cannon, der 2024 an der Channel-4-Dokumentation "Spacey Unmasked" teilnahm und an dem Theater auf der Bühne stand, hatte Spacey vorgeworfen, ihn bei einer Party nach einer Premierenfeier begrapscht zu haben. Ein Kläger behauptete, Spacey habe ihn zwischen 2000 und 2005 etwa zwölfmal "absichtlich angefasst". Der dritte Man gab an, er habe Spacey durch einen Workshop am Old Vic kennengelernt und durch einen Übergriff im Jahr 2008 "psychiatrische Schäden und finanzielle Verluste" erlitten.

Verfahren auf Eis gelegt

Richterin Christina Lambert hatte im November 2025 noch verfügt, dass die Fälle im Herbst dieses Jahres verhandelt werden sollten. Am 13. März erließ sie jedoch eine Anordnung, das Verfahren einzufrieren – "da sich die Parteien auf die Bedingungen eines Vergleichs geeinigt haben, wie im vertraulichen Anhang dargelegt", heißt es in dem am Mittwoch bekannt gewordenen Gerichtsbeschluss. Über die Kosten des Verfahrens traf Lambert keine Entscheidung.

Cannon hatte nicht nur Spacey, sondern auch das Old Vic Theater verklagt – und auch diesen Fall bereits Anfang März außergerichtlich beigelegt. In einem Strafverfahren von 2023 war Spacey in London bereits von mehreren strafrechtlichen Vorwürfen freigesprochen worden, die vier Männer gegen ihn erhoben hatten (queer.de berichtete). Zwei von ihnen waren an der Zivilklage beteiligt. Bereits 2022 hatte ein New Yorker Gericht eine zivilrechtliche Klage über 40 Millionen US-Dollar wegen sexuellen Fehlverhaltens gegen Spacey abgewiesen (queer.de berichtete). Sein Schauspielkollege Anthony Rapp (51, "Star Trek Discovery") hatte ihm vorgeworfen, ihn im Jahr 1986, als Rapp 14 Jahre alt war, sexuell belästigt zu haben.

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Karriere seit Vorwürfen schwer beschädigt

Rapp hatte im Jahr 2017 als erster im Zuge der "MeToo"-Debatte Anschuldigungen gegen Spacey erhoben, die dieser in einer Verknüpfung mit seinem Coming-out zurückwies (queer.de berichtete). Danach hatte es in Medien diverse Berichte über Übergriffe durch den Schauspieler in den USA und Großbritannien gegeben.

Spaceys einst glänzende Karriere liegt seitdem weitestgehend brach. Zuletzt geriet sein Name erneut in die Schlagzeilen, als das US-Justizministerium Akten im Zusammenhang mit dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein veröffentlichte, in denen auch Fotos von Spacey und dem früheren US-Präsidenten Bill Clinton auftauchten. Spacey selbst reagierte auf X mit der Forderung: "Veröffentlicht alle Epstein-Akten." Und weiter: "Für diejenigen unter uns, die nichts zu befürchten haben, kann die Wahrheit gar nicht schnell genug ans Licht kommen." (spot)

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