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Südasien
Nepal: Erstmals trans Abgeordnete ins Parlament gewählt
Die Aktivistin Bhumika Shrestha ist eines der neuen Gesichter nach dem politischen Umbruch in Nepal.

Bhumika Shrestha bei einem Empfang zu ihren Ehren (Bild: Blue Diamond Society)
- 19. März 2026, 11:17h 3 Min.
Nepal hat erstmals eine trans Person ins nationale Parlament entsandt und damit im Rahmen eines größeren politischen und gesellschaftlichen Umbruchs ein politisches Signal für mehr Sichtbarkeit von queeren Menschen gesetzt. Die Aktivistin Bhumika Shrestha zieht über die Liste der Rastriya Swatantra Party (RSP) in das Parlament ein, nachdem die Partei bei den jüngsten Wahlen eine klare Mehrheit errungen hatte. Den Platz bestätigte die Wahlkommission Anfang der Woche.
Die 37-Jährige, die sich selbst als Angehörige des in Nepal anerkannten "dritten Geschlechts" identifiziert und weibliche Pronomen nutzt, gilt seit Jahren als prominente Stimme für LGBTQ+-Rechte und war als Aktivistin für die queere Organisation Blue Diamond Society aktiv. Ihre Präsidentin Umisha Pandey sprach gegenüber der Nachrichtenagentur AFP von einem historischen Moment: "Unsere Schmerzen, unser Leid, unsere Gefühle, unsere Geschichten und all unsere Probleme werden nur von uns selbst verstanden, nicht von anderen."
Instagram | Angesichts der Bestätigung ihrer Wahl organisierte die Blue Diamond Society eine kleine Ehrungszeremonie für die Mitstreiterin
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"Ich bin sehr aufgeregt, spüre aber auch die Verantwortung auf meinen Schultern", sagte Shrestha selbst der AFP. "Unsere Verfassung enthält Bestimmungen für unsere Community, diese wurden jedoch nicht in Gesetze und Richtlinien umgesetzt. Unsere Community erwartet von mir, dass ich unsere Anliegen (im Parlament) anspreche."
Progressiver Supreme Court
Nepal gilt bei queeren Rechten im regionalen Vergleich als progressiv. Der Gründer der Blue Diamond Society saß von 2008 bis 2012 im Parlament, als erstes queeres Parlamentsmitglied nicht nur in Nepal, sondern der Region. Doch Fortschritte kamen aus der Justiz, nicht dem Parlament. So schaffte der Supreme Court 2007 das Verbot von Homosexualität ab.
2007 erkannte das Oberste Gericht zudem ein drittes Geschlecht rechtlich an, das gemäß Selbstbestimmung ein "o" für "other" statt "m" oder "f" als Geschlechtseintrag ermöglicht und teilweise mit einem traditionellen "dritten Geschlecht" korrespondiert. Diese dritte Option wurde von mehreren Regierungen ausgeweitet, etwa durch Aufnahme in Reisepässen. Allerdings gibt es bislang keine gesetzliche Möglichkeit, den Geschlechtseintrag in männlich oder weiblich statt in "other" zu wechseln, auch wenn der Supreme Court das zuletzt in Einzelfällen ermöglichte. Hormontherapien und geschlechtsangleichende Operationen sind bislang schwer bis kaum verfügbar.
Einen weiteren Paukenschlag lieferte der Supreme Court 2023, als er die Ehe für alle einführte (queer.de berichtete). Neben gleichgeschlechtlichen Paaren steht das Institut erstmals auch Personen mit einem dritten Geschlechtseintrag offen. Offiziell ist noch die Politik am Zug, doch das Gericht ordnete die sofortige Registrierung der Ehen an.
Land im Umbruch
Die Wahl Shresthas fällt in eine Phase politischer Umbrüche. Die Neuwahlen des Parlaments am 5. März wurden ausgerufen, nachdem Proteste im letzten Jahr erfolgreich die vorherige Regierung unter Khadga Prasad Oli zum Rücktritt gebracht hatten. Die vor allem von der Generation Z begangenen Proteste hatten die Korruption der Regierung und ein zwischenzeitliches Social-Media-Verbot kritisiert. Mindestens 75 Demonstrierende wurden getötet und mehr als 2.100 wurden verletzt.
Die Antikorruptionspartei RSP, eine progressive und der Mitte zugeordnete Partei, gewann 47,8 Prozent der Stimmen (plus 37,1) und 182 der 275 Parlamentssitze. Neuer Premierminister soll Balen Shah werden, Rapper und bisheriger Bürgermeister der Hauptstadt Kathmandu. (cw)













