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- 09. Oktober 2006 2 Min.
London (queer.de) - Prinz Charles hat ein äußerst positives Vorwort für eine Sammlung von Essays des Anfang des Jahres verstorbenen anglikanischen Theologen Harry Williams verfasst. Der frühere Dekan der Uni Cambridge ist unter Christen umstritten, weil er in der 1982 veröffentlichten Autobiografie "Some Day, I'll Find You" seine Homosexualität öffentlich gemacht hatte: "Ich schlief mit vielen Männern, mit jedem von ihnen ziemlich regelmäßig", erinnerte er sich an seine Zeit in Cambridge. "Sie waren alle Freunde untereinander. Zyniker werden das natürlich belächeln, aber ich habe selten mehr Dankbarkeit gegenüber Gott gespürt als zu den Zeiten, als ich Sex hatte. Ich habe Ihn gelobpreist für die Wonne, die ich erhalten und anderen gegeben habe." Als Prinz Charles 1967 sein Studium in Cambridge begann, war Williams Dekan der theologischen Fakultät. Jetzt hat der Thronnachfolger eine Lobeshymne für das Buch "Living Free" verfasst: "Harry Williams war wahrlich ein Star; ein Mann von hochgradiger Menschlichkeit und Wärme, dessen Humor und Echtheit eine Aura der Zugänglichkeit versprühte". Charles ging nicht direkt auf die Homosexualität des Theologen ein, lobte aber Williams' "couragierte Bereitschaft, seine Seele zu öffnen und vom Herzen zu sprechen". Konservative Christen befürchten nach Angaben der Tagezeitung "Daily Telegraph", dass der Prinz mit diesem Vorwort seine Unterstützung für Homosexualität in der Kirche kundtun wollte. Charles wird - wenn er die Nachfolge von Königin Elizabeth antritt - auch Oberhaupt der anglikanischen Kirche Großbritanniens sein. Williams sagte 1981 auf ausdrücklichen Wunsch des Prinzen während dessen Hochzeit mit Diana Spencer ein Gebet. Außerdem glauben Royalisten, dass Charles seinen zweiten Sohn Harry nach Williams benannt habe. (dk)















jetzt der Hauptstrom eisig entgegenweht, so habe ich Prinz Charles und seine kultivierte Camilla immer für sehr aufgeschlossen und vor allem pragmatisch gehalten.