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Niederlande

Vorwurf des Kindesmissbrauchs gegen geouteten Volleyballer

Schwere Vorwürfe gegen einen niederländischen Volleyballer: Er soll Minderjährige missbraucht, Kinderpornografie erstellt und Dutzende Kinder gegroomt haben.


Ramon M.G. befindet sich seit knapp drei Monaten in Untersuchungshaft (Bild: IMAGO / ULMER Pressebildagentur)

Ein offen schwuler niederländischer Volleyballer soll schwere Straftaten begangen haben: Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wird der 35-jährige Profi Ramon M.G. beschuldigt, einen zehnjährigen Jungen in Groningen-Hoogkerk sexuell missbraucht zu haben. Darüber hinaus sollen Ermittler*innen Hinweise darauf gefunden haben, dass er über die Plattform Snapchat mit dutzenden, möglicherweise sogar hunderten Minderjährigen in Kontakt stand – teils in sexualisierter Form. Eine erste Anhörung vor Gericht fand Mitte des Monats in Groningen statt.

Die Ermittlungen kamen ins Rollen, nachdem die Eltern des Zehnjährigen Anzeige erstattet hatten. M.G. wurde laut niederländischen Medienberichten bereits am 9. Dezember 2025 festgenommen und sitzt seither in Untersuchungshaft. Laut seinem Anwalt kooperiert er uneingeschränkt mit den Behörden und solle einer psychiatrischen Untersuchung unterzogen werden.

500 verdächtige Chatverläufe

Auf beschlagnahmten Handys fanden Ermittler rund 500 verdächtige Chatverläufe mit Kindern und Jugendlichen im Alter zwischen 8 und 17 Jahren. In etwa 75 Fällen seit 2023 sehen die Behörden konkrete Anhaltspunkte für sogenanntes Grooming – also das gezielte Anbahnen sexualisierter Kontakte zu Minderjährigen. Bislang wurden laut Berichten drei mutmaßliche Opfer identifiziert.

Neben dem dokumentierten Übergriff geht es auch um weitere sexualisierte Online-Kommunikation mit Kindern. Zudem sollen sich auf den Geräten Missbrauchsdarstellungen befunden haben, von denen einige mutmaßlich zwischen 2019 und 2024 von ihm selbst erstellt worden sind.

Viele mögliche Betroffene sind noch nicht identifiziert, daher ermittle die Polizei weiter. Die nächste Anhörung ist für den 21. Mai geplant.

Besonders heikel ist der Fall wegen der öffentlichen Rolle des Spielers: Er galt als einer der ersten offen schwulen Profisportler im europäischen Volleyball und spielte in vielen europäischen Ländern, unter anderem in den Niederlanden, Belgien und Griechenland. In der Saison 2019/20 stand er beim damaligen deutschen Bundesligisten TV Rottenburg unter Vertrag. Als er in Frankreich spielte, wurde er für den queeren Preis "OUT d'or" nominiert. (cw)

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