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Nach Coming-out von St.-Pauli-Coach
Homosexualität im Fußball: Bundestrainer ruft dazu auf, von den Frauen zu lernen
Mit seinem Coming-out hat St. Paulis Nachwuchscoach Christian Dobrick für Aufsehen gesorgt. Im Frauenfußball wäre dies anders gewesen – Bundestrainer Christian Wück erklärt warum.

Christian Wück am 1. März mit den DFB-Fußballerinnen bei der Vorbereitung des Qualifikationsspiels Deutschland gegen Slowenien in Dresden – Endergebnis: 5:0 (Bild: IMAGO / HMB-Media)
- 31. März 2026, 14:35h 2 Min.
Frauenfußball-Bundestrainer Christian Wück sieht beim Umgang mit Homosexualität in seinem Sport die Spielerinnen als Vorbilder. "Auch da müssen die Männer vielleicht ein bisschen mehr von den Frauen lernen. Ich glaube, bei den Frauen ist es ganz normal", sagte der 52 Jahre alte Ex-Profi bei einer DFB-Pressekonferenz vor den WM-Qualifikationsspielen der Frauen-Auswahl gegen Österreich.
Zuvor hatte sich Männer-Bundestrainer Julian Nagelsmann nach dem Coming-out des Nachwuchstrainers des FC St. Pauli, Christian Dobrick, für einen offenen Umgang mit Homosexualität im Fußball starkgemacht (queer.de berichtete). "Ich finde es sehr schade, dass wir immer noch darüber diskutieren müssen", sagte Nagelsmann in einem Interview bei RTL/ntv. "Schade, dass Sie mir diese Frage stellen müssen." Homosexualität sei für ihn etwas ganz Normales.
St. Paulis U19-Coach hatte kürzlich seine Homosexualität öffentlich gemacht und das mit Kritik am männlichen Spitzenfußball verknüpft (queer.de berichtete). "Im Profifußball gelten Schwule noch immer als Außerirdische", sagte der 29 Jahre alte Nachwuchs-Coach des Hamburger Bundesligisten in Interviews des "Stern" und von RTL.
Wück: Vielleicht irgendwann einmal normal
"Bei den Männern ist es jetzt mit das erste Mal, das so etwas passiert. Am Anfang ist es immer schwer", sagte Wück und äußerte die Hoffnung: "Vielleicht wird es bei uns generell im Fußball irgendwann einmal normal werden."
Homosexualität ist im Profifußball der Männer noch immer ein Tabuthema, obwohl vor allem Fanvertreter*innen für einen offeneren Umgang werben. In den höchsten drei deutschen Ligen gab es bislang kein Coming-out eines aktiven Profis. Im Fußball der Frauen hingegen spielt die sexuelle Orientierung einer Spielerin schon lange keine Rolle mehr. (dpa/cw)














