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Brandenburg

Hape Kerkeling wird CSD-Schirmherr in AfD-Stadt

Entertainer Hape Kerkeling hat die CSD-Schirmherrschaft im brandenburgischen Golßen übernommen. Dort hat die rechtsextreme AfD zuletzt die absolute Mehrheit erreicht.


Hape Kerkeling ist Schirmherr beim zweiten CSD in Golßen (Bild: Superbass / wikipedia)

  • 2. April 2026, 14:22h 2 Min.

Der offen schwule Schauspieler und Komiker Hape Kerkeling wird Schirmherr des diesjährigen Christopher Street Day am 20. Juni in der brandenburgischen Landstadt Golßen (Landkreis Dahme-Spreewald). Das gab der 61-Jährige in einer Videobotschaft bekannt, die das Bündnis CSD Golßen auf Instagram gepostet hat.

Kerkeling erklärte, er wolle die Schirmherrschaft übernehmen, "weil ihr zeigt, dass Vielfalt kein reines Großstadtthema ist." Ferner sagte er: "Heimat ist für mich ein Ort, an dem man keine Angst haben muss, so zu sein, wie man ist."

Golßen ist eine Stadt mit 2.400 Einwohner*­innen, die letztes Jahr am 15. Februar – also eine Woche vor der Bundestagswahl – den ersten CSD abgehalten hatte. Das Motto lautete damals "Wähl Liebe – solange du noch kannst". Die Mehrheit der Stadt hat sich allerdings anders entschieden: Die rechtsextreme AfD erreichte bei der Bundestagswahl 51,1 Prozent der Zweitstimmen, hinzu kamen knapp acht Prozent für das ebenfalls queer­feindliche BSW.

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Organisator fragte 17 Promis an

CSD-Organisator Helmut Hummel erklärte gegenüber dem Rundfunk Berlin-Brandenburg, er habe insgesamt 17 Prominente für die Schirmherrschaft angefragt. Er freue sich, mit Kerkeling einen "prominenten Schirmherren zu haben, der unsere Werte und unsere Anliegen teilt."

Trotz der Schirmherrschaft könne Kerkeling laut Hummel beim diesjährigen CSD in Golßen nicht persönlich teilnehmen, weil er an diesem Tag verhindert sei.

Kerkeling hat sich bereits wiederholt politisch engagiert. Vor zwei Jahren hatte er neben anderen Prominenten wie Carolin Kebekus und Bettina Böttinger den CSD im sächsischen Pirna unterstützt. Hintergrund war, dass die Stadt kurz zuvor den AfD-Kandidaten Tim Lochner zum Bürgermeister gewählt hatte (queer.de berichtete). Lochner machte damals auch seine Abneigung gegenüber queeren Menschen deutlich: So verglich er die Regebogenfahne mit der Hakenkreuzfahne (queer.de berichtete).

Seine Meinung zur AfD hat Kerkeling bereits wiederholt deutlich gemacht: So sprach er sich letztes Jahr für ein Verbot der rechtsextremen Partei aus (queer.de berichtete). "Ein giftiges Gericht gehört nicht auf die demokratische Speisekarte", so Kerkeling damals. (dk)

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