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Kreuzzug
Trump-Regierung kippt Abkommen zum Schutz für trans Schüler*innen
Die US-Regierung hat von den Vorgängerregierungen geschlossene Vereinbarungen zum Schutz von trans Jugendlichen an Schulen aufgehoben. Kritiker*innen schlagen Alarm, die Regierung spricht von "gesundem Menschenverstand".
- 7. April 2026, 10:57h 2 Min.
Die Regierung von US-Präsident Donald Trump hat mehrere Abkommen zum Schutz von trans Schüler*innen aufgehoben. Das US-Bildungsministerium teilte am Ostermontag mit, Ziel sei es, Schüler*innen und Studierende zu schützen und "den gesunden Menschenverstand wiederherzustellen". Betroffen sind sechs Abkommen mit Schulbezirken in den Bundesstaaten Kalifornien, Pennsylvania, Delaware und Washington – dabei handelt es sich ausschließlich um Bundesstaaten, die von den oppositionellen Demokraten regiert werden. Die Nichtbeachtung könnte zum Entzug von Bundesmitteln führen.
Kritiker*innen sehen darin einen Einschnitt in den Schutz von Minderheiten. Der Leiter des Transgender Law Center, Shelby Chestnut, warnte laut der "New York Times" (Bezahlartikel), die Maßnahmen gefährdeten Sicherheit und Teilhabe von trans Schüler*innen. "Das sendet ein beunruhigendes Signal, dass trans Studierende tatsächlich ein Ziel dieser Regierung sind", sagte er. "Es ist extrem besorgniserregend. Studierende sollten sicher zur Schule gehen und ihre Ausbildung absolvieren können."
Ministerin spricht von einer "radikalen Transgender-Agenda"
Grundlage ist eine Auslegung von Title IX, einem Ergänzungstext zum US-Bürgerrechtsgesetz von 1972, das geschlechtsspezifische Diskriminierung in allen staatlich geförderten Bildungsprogrammen und -aktivitäten verbietet. Die Obama- und Biden-Regierungen wendeten die Richtlinie auch auf trans Menschen an, während die Trump-Regierung sie lediglich auf cisgeschlechtliche Menschen bezieht. Die stellvertretende Staatssekretärin für Bürgerrechte im Bildungsministerium, Kimberly Richey, sprach von einer "radikalen Transgender-Agenda" der demokratischen Vorgängerregierung unter Joe Biden. Man werde nun daran arbeiten, trans Frauen aus Toiletten sowie aus dem Schul- und Unisport zu verdrängen.
Die Maßnahme ist Teil einer politischen Neuausrichtung. Donald Trump hatte bereits im Wahlkampf 2024 die transfeindliche Stimmung in der Öffentlichkeit aufgegriffen und allein in den letzten acht Wahlkampfwochen 35 Millionen Dollar für transfeindliche Fernsehwerbung ausgegeben (queer.de berichtete).
Seit seiner Machtübernahme verfolgt Trump eine rigide Geschlechterpolitik. So war vor einigen Jahren in den USA das Kürzel X im Pass eingeführt worden, um Menschen jenseits der Kategorien männlich und weiblich eine Option zu geben – unter Trump wurde das verboten (queer.de berichtete). Außerdem untersagte er etwa trans Menschen, im Militär zu dienen, oder schränkte ihre Möglichkeiten ein, Breiten- oder Leistungssport zu betreiben. Auch staatliche Museen wies Trump an, künftig keine trans Menschen in Ausstellungen mehr zu erwähnen (queer.de berichtete).
Für trans Menschen hat die neue amerikanische Staatsdoktrin negative Folgen: Studien haben bereits wiederholt gezeigt, dass transfeindliche Gesetze die psychische Gesundheit von trans Menschen belasten und zu mehr Suizidversuchen führen (queer.de berichtete). (AFP/cw)














