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Nach Hattrick
Erstmals Coming-out im argentinischen Profi-Fußball
Ganz nebenbei hat sich Profifußballer Nacho Lago in Argentinien geoutet – ein Novum im Land.

Nacho Lago (li.) veröffentlichte dieses Bild mit seinem Freund Gonzalo (Bild: X)
- 7. April 2026, 14:01h 2 Min.
Der 23-jährige Ignacio "Nacho" Lago ist der erste offen schwule oder bisexuelle Fußballer in einer argentinischen Profimannschaft. Der Linksaußen-Stürmer vom Zweitligisten Club Atlético Colón aus Santa Fe hatte am Sonntag das letzte der drei Tore beim Heimsieg gegen Club Atlético San Miguel geschossen. Danach ging ein bislang nicht beachtetes ausführliches Interview aus dem letzten Jahr in der lokalen Radiosendung "Sangre y Luto" viral, in dem er über seine Liebe zu seinem Freund Gonzalo sprach.
In dem Interview aus dem Mai 2025 überraschten die Moderator*innen Lago mit einer Videobotschaft seines Freundes. In dem Gespräch erzählte Lago über den Alltag mit seinem Freund. Dieser sei "sehr aufmerksam" und nehme seine große Leidenschaft für Fußball klaglos hin. In dem Gespräch wurde nicht angesprochen, dass es bislang noch keinen geouteten schwulen Spieler im argentinischen Fußball gegeben hatte.
Als Reaktion auf das virale Video veröffentlichte Lago mehrere Bilder auf Social Media und schrieb in Richtung seines Freundes: "Ich liebe dich".
/ mdzolIgnacio Lago, figura de Colón, posó junto a su novio: "Te amo". https://t.co/AaXVa1NYiz pic.twitter.com/mubLTYRX3R
MDZ Online (@mdzol) April 6, 2026
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Das Coming-out löste ein großes Echo aus, auch in der argentinischen Politik. Der offen schwule Kongressabgeordnete Esteban Paulón schrieb etwa auf X: "Das ist wunderschön! Und noch schöner ist die Reaktion in den sozialen Netzwerken und in der öffentlichen Debatte zugunsten der wahren Liebe. Gut für beide! Gut für Atlético Colón und gut für die argentinische Gesellschaft, die wieder Geschichte schreibt. Nacho ist auch ein großartiger Spieler. Alles Gute für Colón. Auf mehr Sichtbarkeit und mehr Liebe!" In einem weiteren Tweet wies Paulón darauf hin, dass seine "Großmutter Maruca" den Verein Colón liebe.
/ EstebanPaulonEsto es hermoso! Y más hermosa la reacción en redes y en el debate público a favor de un amor verdadero.
Esteban Paulón (@EstebanPaulon) April 6, 2026
Bien por ambos! Bien por @ColonOficial y bien por la sociedad argentina que vuelve a hacer historia.
Además Nacho es un gran jugador. El mejor del sabalero.
Por más https://t.co/fTknlUnuSI
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Argentinien gilt rechtlich als eines der fortschrittlichsten Länder Lateinamerikas in Bezug auf queere Rechte – gleichgeschlechtliche Ehe ist dort seit 2010 legal, also sieben Jahr länger als in Deutschland. Auch ein starker Diskriminierungsschutz existiert. Allerdings ist der Machismo – also ein übersteigertes, oft aggressives Gefühl männlicher Überlegenheit, Dominanz und Vitalität – im Land weit verbreitet, insbesondere im Männer-Fußball. Homosexualität wird dabei oft abgewertet.
Auch die augenblicklich argentinische Regierung unter Präsident Javier Milei gilt als extrem queerfeindlich. Der Rechtspopulist gewann die Präsidentschaftswahl nach einer Wirtschaftskrise im Jahr 2023 (queer.de berichtete). Über queere Menschen verbreitet Milei Verschwörungstheorien – so wirft er etwa der "LGBT-Lobby" vor, eine kommunistische Agenda umsetzen zu wollen. (cw)















