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  • 7. April 2026, 14:24h 2 Min.

Ludger Schepers ist seit 2008 Weihbischof im Bistum Essen und seit 2024 Beauftragter der Deutschen Bischofskonferenz für Queerpastoral (Bild: Bistum Essen)

Der Essener Weihbischof und Queer-Beauftragte der Deutschen Bischofskonferenz, Ludger Schepers, hat von der katholischen Kirche einen Kurswechsel in Geschlechterfragen gefordert. Über Jahrhunderte hinweg habe die Kirche patriarchale Strukturen "nicht nur geduldet, sondern aktiv gefördert", sagte er der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).

Dieses Menschenbild habe jedoch nichts mit dem christlichen Glauben zu tun, sondern sei Ausdruck von Machtinteressen. Wer daran festhalte, "verrät die eigene Botschaft", erklärte Schepers. Die Kirche müsse klar Stellung beziehen und dürfe Diskriminierung nicht hinnehmen. Eine Rückkehr zu traditionellen Geschlechterbildern bezeichnete er als "Irrweg".

"Die Vielfalt menschlicher Identitäten – ob homo-, trans- oder inter­geschlechtlich – ist kein modernes Konstrukt, sondern Teil von Gottes Schöpfungsplan", sagte Schepers. Ausgrenzung aufgrund von Identität geschehe nicht im Namen des Glaubens, sondern diene einer Ideologie, die mit dem Christentum unvereinbar sei.

Zugleich forderte der Weihbischof konkrete Veränderungen im kirchlichen Alltag. Gleichberechtigung müsse sichtbar gelebt werden, auch durch Angebote für queere Menschen sowie eine Pastoral, die alle Geschlechter ernst nehme. Bestehende Projekte in den Bistümern reichten dafür nicht aus.

Kritisch äußerte sich Schepers auch zu Trends in sozialen Medien wie den sogenannten "Tradwives". Die Inszenierung einer Rückkehr zur klassischen Hausfrauenrolle sei eine "künstliche Ästhetik ohne Bodenhaftung". Dahinter stünden häufig politische Interessen, die traditionelle Rollenbilder stärken wollten. Dies sei kein harmloser Trend, sondern gefährde Freiheit und Gleichberechtigung. (cw)

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