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"Es war nicht unanständig"

Großbritannien verliert OnlyFans-Sportler an Lettland

Die typisch britische Prüderie schlägt wieder zu: Weil sein Verband offenbar Probleme mit OnlyFans-Nutzung seiner Stars hat, startet Klass Francisks Rozentals jetzt für das Heimatland seiner Familie.


Klass Francisks Rozentals ist wohl zu sexy, um für Großbritannien zu starten (Bild: Instagram)
  • 7. April 2026, 16:35h 3 Min.

Das britische Nachwuchs-Kanufahrer Klass Francisks Rozentals hat sich laut britischen Medienberichten entschieden, künftig für Lettland, das Heimatland seiner Familie, anzutreten. Grund war ein Streit mit dem britischen Verband Paddle UK, der dessen Bruder Kurts Adams Rozentals, der ebenfalls Kanu fährt, im Herbst 2025 für zwei Jahre gesperrt hatte. Der Verband warf dem Athleten vor, mit einem sexualisierten Instagram-Video den Kanusport "in ernsthaften Misskredit" gebracht zu haben. Offenbar war dem Kanu-Verband aber ein Dorn im Auge, dass der 24-Jährige auch auf der Plattform OnlyFans aktiv war und ist – ebenso wie sein Bruder.

Laut dem Verband sei damals ein Instagram-Video Stein von Kurts Adams Rozentals des Anstoßes gewesen, in dem "ein sexueller Akt in einem Flugzeug" gezeigt worden sei. Der 24-Jährige konnte das Berufsverbot aber nicht nachvollziehen: "Ich wurde nicht von Instagram geblockt. Es war nicht unanständig. Es gab nichts, was nicht für Instagram geeignet war", so Rozentals damals gegenüber "Sky News". Tatsächlich werden auf Instagram sexuelle Inhalte mehr als auf anderen Social-Media-Plattformen sofort blockiert.

OnlyFans unter Sportstars immer beliebter

Viele Sportstars präsentieren sich inzwischen auf OnlyFans, darunter auch deutsche Athlet*innen (queer.de berichtete). Gegen eine monatliche Gebühr können sie dort exklusive Videos anbieten – Rozentals verlangt für den Zugriff etwa pro Monat 12 US-Dollar (10,40 Euro). Auch pornografische Darstellungen sind erlaubt – und insbesondere Pornostars werben auf OnlyFans um Abonnements. Sportler*innen zeigen jedoch meist etwas nackte Haut, aber keine Pornografie. Rozentals wirbt auf OnlyFans mit dem Slogan: "Keine Filter. Keine Limits."

Klass Francisks Rozentals erklärte auf Instagram, er könne seinen Sport nicht finanzieren. "Man muss sich zwischen finanzieller Stabilität und Olympia entscheiden", schrieb er. Zunächst habe er darum versucht, als Barkeeper oder auf dem Bau zu arbeiten, habe dann aber zu wenig Zeit für das Training gehabt.

Sein Bruder Kurts Adams Rozentals hatte letztes Jahr erklärt, er habe seine OnlyFans-Karriere begonnen, um seinen Sport zu finanzieren. So habe er von Paddle UK nur einen Jahreszuschuss von umgerechnet 18.000 Euro erhalten, was für das Leben im vergleichsweise teuren Großbritannien ein knapp bemessener Betrag sei. In den ersten fünf Monaten habe er aber mit seinem OnlyFans-Konto 120.000 Euro verdient – mit relativ geringem Zeitaufwand.

Kurts Adams Rozentals wollte seine Mami glücklich machen

Eigentlich schere er sich nicht viel um Geld "des Geldes wegen", so Kurts Adams Rozentals damals weiter. Aber er sei in einer armen Familie aufgewachsen: "Jetzt bin ich in der glücklichen Lage, meiner Mutter mal etwas kaufen zu können. Sie hat alles in ihrem Leben geopfert, um mir die Chance zu geben, diesen olympischen Traum zu verfolgen. Ihr jetzt etwas zurückgeben zu können, das bedeutet mir mehr als jede Medaille." (cw)

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