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"Das Leid italienischer Gastarbeiter-Kinder"
Berliner Queerbeauftragter erhält Diakonie Journalistenpreis 2026
Alfonso Pantisano erhält einen begehrten Journalistenpreis für seinen autobiografischen Text "Das Leid italienischer Gastarbeiter-Kinder".

Alfonso Pantisano kann sich über den Diakonie Journalistenpreis freuen (Bild: privat)
- 8. April 2026, 10:35h 2 Min.
Der Berliner Queerbeauftragte Alfonso Pantisano (SPD) erhält den Diakonie Journalistenpreis Baden-Württemberg in der Kategorie Text. Ausgezeichnet wurde sein im Dezember 2025 im "Tagesspiegel" veröffentlichter Beitrag "Das Leid italienischer Gastarbeiter-Kinder".
Der 50-Jährige schildert dabei die Folgen für Familien, wenn Eltern für eine begrenzte Zeit in Deutschland arbeiten wollten und dafür ihre Kinder zu Großeltern oder in ein Internat gaben. Pantisano ist ein 1975 in Waiblingen bei Stuttgart geborener Sohn italienischer Gastarbeitender aus Kalabrien. "Der Autor schafft es, das Schicksal seiner eigenen Familie packend nachzuzeichnen, aufzuklären und zu sensibilisieren", urteilte die Jury.
"Eine oft übersehene Perspektive der deutschen Migrationsgeschichte"
Pantisano selbst erklärte, er habe den Beitrag geschrieben, "weil eine Geschichte in der deutschen und auch in der italienischen Erinnerung lange zu wenig erzählt wurde: die Geschichte der Kinder italienischer Gastarbeiter*innen". Damit habe er "eine oft übersehene Perspektive der deutschen Migrationsgeschichte sichtbar" machen wollen.
Die Jury wählte aus 143 Einsendungen die diesjährigen Preisträgerinnen und Preisträger in fünf Kategorien aus. Die Preisgelder belaufen sich in diesem Jahr auf insgesamt 9.500 Euro, die Auszeichnung für Pantisano ist mit 2.500 Euro dotiert.
Die weiteren Preise gingen an folgende Journalist*innen: In der Kategorie Video sind Kai Diezemann und Thomas Schneider vom Südwestrundfunk für "Geflüchtet und was dann? 10 Jahre 'Wir schaffen das'" ausgezeichnet worden. In der Kategorie Audio setzte sich Patrick Batarilo, der ebenfalls für den SWR arbeitet, mit "Die letzte Zeit. Vom Umgang mit dem Sterben" durch. Bei Kurzbeiträgen gewannen die SWR-Journalistin Ute Susanne Koboldt mit "Behindertenschule in Heilbronn schlägt Alarm" sowie Susanne Babila vom Deutschlandfunk mit "25 Jahre Babyklappe: 'Ich wurde als Baby noch vor einer Haustür abgelegt'" den Journalistenpreis.
Die Auszeichnungen werden jährlich für herausragende Berichterstattung über soziale Themen verliehen. Die eingereichten Beiträge müssen dabei einen Bezug zu Baden-Württemberg haben. Die diesjährigen Gewinner*innen werden am 22. Juli 2026 in Stuttgart ihre Preise entgegennehmen. (cw)
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