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Geschichten, Erfahrungen und Lebensrealitäten queerer Menschen

"Inventing Queer Cinema": Große Ausstellung über queeres Kino

Mit "Inventing Queer Cinema" eröffnet die Deutsche Kinemathek am neuen Standort im Berliner E-Werk ihre erste Ausstellung. Die Schau zeichnet nach, wie queeres Kino in Deutschland seit den 1970er Jahren entstanden ist – und sich verändert hat.


Matthias Freihof (li.) und Dirk Kummer in "Coming Out", DDR 1989, Regie: Heiner Carow (Bild: DEFA-Stiftung)
  • 12. April 2026, 01:05h 3 Min.

Mit der Ausstellung "Inventing Queer Cinema" schlägt die Deutsche Kinemathek ein neues Kapitel auf: Am neuen Standort im Berliner E-Werk widmet sie sich erstmals in dieser Form der Geschichte queerer Filmkultur in Deutschland. Im Mittelpunkt stehen Filme und Filmarbeitende, die das queere Kino seit den 1970er Jahren geprägt, weiterentwickelt und immer wieder neu erfunden haben. Erzählt wird damit auch eine Geschichte von Widerstand, Solidarität und künstlerischer Innovation, die bis in die Gegenwart reicht.

Queeres Kino verhandelt Geschichten, Erfahrungen und Lebensrealitäten queerer Menschen. Im Zentrum stehen häufig Figuren, die sich gesellschaftlichen Normen und Erwartungen entziehen und gerade deshalb als Außenseiter*innen markiert werden. Zugleich hat queeres Kino immer auch ästhetische Konventionen infrage gestellt und eigene, widerständige Bild- und Erzählsprachen hervorgebracht.

Queeres Kino und gesellschaftliche Veränderungen

Die Ausstellung stellt nicht nur prägende Filme vor, sondern rückt auch jene in den Blick, die über Jahrzehnte hinweg an der Sichtbarkeit queerer Filmkultur gearbeitet haben. Dazu gehören Filmemacher*innen ebenso wie Festivalmacher*innen, Filmverleiher*innen und weitere Akteur*innen, die das queere Kino mit aufgebaut und begleitet haben. "Inventing Queer Cinema" fragt nach ihren Vorstellungen von Kino, nach Erfolgen und Brüchen, nach Visionen und nach den Bedingungen des Gelingens oder Scheiterns.

Zugleich zeigt die Schau, wie eng die Entwicklung des queeren Kinos mit gesellschaftlichen Veränderungen verbunden ist. Deutlich wird, dass queere Filmkultur nicht nur auf soziale und politische Umbrüche reagiert hat, sondern auch selbst prägend wirkte und bis in den Mainstream hinein Einfluss ausübte. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf Berlin als Ort queerer Film- und Subkultur, die über Jahrzehnte hinweg auch von internationalen Künstler*innen mitgestaltet wurde.

Queeres Kino neu zu entdecken


Dexter Fletcher in "Caravaggio", Großbritannien 1986, Regie: Derek Jarman (Bild: Salzgeber)

Für die Ausstellung öffnet der Filmverleih Salzgeber erstmals sein umfangreiches Archiv. Ein Prolog verweist zudem auf frühe Beispiele seit den 1910er Jahren aus den Beständen der Deutschen Kinemathek. Weitere Stationen widmen sich der Frage, wie auch das Fernsehen queere Themen aufgegriffen, verstärkt und einer breiteren Öffentlichkeit sichtbar gemacht hat.

Begleitet wird "Inventing Queer Cinema" von einer Filmreihe im Studiokino sowie einem Rahmenprogramm. Die Ausstellung versteht sich dabei ausdrücklich nicht als vollständige Bestandsaufnahme, sondern als Einladung, queeres Kino in seiner Vielfalt immer wieder neu zu entdecken.

"Inventing Queer Cinema" ist eine Ausstellung der Deutschen Kinemathek und der Queeren Kulturstiftung. Kuratiert wurde sie von Björn Koll, zum Kurator*­innenteam der Deutschen Kinemathek gehören Nils Warnecke, Kristina Jaspers und Georg Simbeni. Künstlerische Direktorin der Deutschen Kinemathek ist Heleen Gerritsen. Unterstützt wird das Projekt vom Hauptstadtkulturfonds und der Queeren Kulturstiftung.

Die Ausstellung läuft vom 7. Mai bis 13. September 2026, jeweils donnerstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr, in der Kinemathek – Halle, Mauerstraße 79, 10117 Berlin. (dd/pm)

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