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Buttigieg will's wissen

Wird ein schwuler Mann nächster US-Präsident?

Zwar findet die nächste US-Präsidentschaftswahl erst in zweieinhalb Jahren statt. Doch bereits jetzt machen sich Kandidat*innen bereit. Auch der offen schwule Pete Buttigieg hat angedeutet, dass er mit seinem Ehemann wohl gerne ins Weiße Haus einziehen möchte.


Pete Buttigieg (li.) beim Pressetermin mit Menschenrechtsaktivist und TV-Moderator Al Sharpton – Buttigieg wäre bei einem Wahlsieg der erste offen schwule US-Präsident – und der erste Präsident mit Vollbart seit 1893 (Bild: IMAGO / ZUMA Press)
  • 13. April 2026, 14:14h 4 Min.

Der offen schwule US-Politiker Pete Buttigieg sendet deutliche Signale in Richtung einer möglichen Präsidentschaftskandidatur 2028 – und positioniert sich dabei zunehmend wieder als nationale Stimme der Demokraten.

Bei einem Auftritt auf dem National Action Network (NAN) in New York lieferte der Verkehrsminister der Biden-Regierung am Freitag den bislang klarsten Hinweis auf entsprechende Ambitionen. Auf die direkte Frage von Bürgerrechtsaktivist Al Sharpton, ob er 2028 kandidieren wolle, wich Buttigieg zwar einer eindeutigen Zusage aus. Augenzwinkernd sagte er jedoch: "Halten Sie mir einen Platz frei, ich werde da sein."

Strategische Rückkehr ins Rampenlicht

Der Auftritt ist Teil einer breiteren politischen Offensive: Buttigieg absolviert derzeit zahlreiche Medienauftritte und positioniert sich erneut als scharfer Kritiker der Trump-Politik, insbesondere in der Wirtschaftspolitik. Beobachter*innen werten das als gezielten Aufbau für eine mögliche Kampagne.

/ atrupar | Nach seinem Auftritt bei Al Sharpton stritt sich Buttigieg auf CNBC mit einem Trump-treuen Journalisten über Wirtschaftspolitik
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Schon seit seinem Ausscheiden aus dem Kabinett im Januar 2025 gilt er als einer der aussichtsreichsten demokratischen Kandidat*innen für 2028. In frühen Umfragen liegt er teils vorne oder im Spitzenfeld – und wäre im Falle einer Kandidatur der erste offen queere Bewerber mit realistischen Chancen auf die Nominierung einer großen Partei.

Bedeutung für die queere Community

Bereits im Wahlkampf 2020 hatte Buttigieg, damals Bürgermeister der 100.000 Einwohner*innen zählenden Stadt South Bend in Indiana, Geschichte geschrieben: Er war der erste offen schwuler Kandidat, der eine Vorwahl für eine der großen Parteien gewann (queer.de berichtete). Seine Kandidatur könnte erneut Fragen der gesellschaftlichen Akzeptanz eines offen schwulen Präsidenten in den USA aufwerfen.

Gleichzeitig zeigt seine vorsichtige Rhetorik, dass auch 2026 politische Kalkulation eine große Rolle spielt. Buttigieg vermeidet eine klare Festlegung und betont stattdessen seine aktuelle Rolle im politischen Diskurs – ein klassisches Vorgehen für potenzielle Kandidaten in einer frühen Phase des Vorwahlzyklus.

Newsom gilt als Favorit, aber es gibt mehr Interessierte

Laut Umfragen gilt derzeit der demokratische Gouverneur von Kalifornien, Gavin Newsom, als Favorit auf die demokratische Präsidentschaftskandidatur. Er entwickelte letztes Jahr eine konfrontative Social-Media-Kampagne, in der er Präsident Donald Trumps Stil nachahmte und damit versucht, seine Regierung lächerlich zu machen – teilweise mit parodistischen Videos etwa über den angeblichen Sofa-Sex von Vizepräsident JD Vance (queer.de berichtete). Viele Demokrat*innen wollen zur nächsten Wahl einen heterosexuellen, weißen Kandidaten ins Rennen schicken, weil dieser ihrer Ansicht nach die besten Chancen hätte, einen MAGA-Kandidaten zu schlagen.


Der kalifornische Gouverneur Gavin Newsom ist der derzeitige Favorit der Demokraten (Bild: Shiny Things / flickr)

Buttigieg gilt wegen seiner moderaten bis neoliberalen Wirtschaftspolitik allerdings auch für wirtschaftsliberale Kreise als akzeptabel und könnte so mit republikanischen Stimmen rechnen. Allerdings wurde er bereits in seiner Ministerzeit immer wieder von republikanischen Politiker*innen wegen seiner Homosexualität attackiert (queer.de berichtete).

Kamala Harris, die unterlegene demokratische Präsidentschaftskandidatin von 2024, hatte letztes Jahr erklärt, es wäre "zu riskant" gewesen, den schwulen Buttigieg zu ihrem Vizepräsidentschaftskandidaten zu machen, weil man der Wählerschaft ja bereits eine schwarze Frau zugemutet habe (queer.de berichtete). Auch Harris hat durchblicken lassen, sich 2028 erneut um die Präsidentschaftskandidatur bewerben zu wollen. In einem Interview erklärte sie kürzlich, dass sie als frühere Vizepräsidentin die Anforderungen des Amtes aus erster Hand kenne.

Für den linken Flügel in der demokratischen Partei gilt hingegen die Kongressabgeordnete Alexandria Ocasio-Cortez als Favoritin. Die als AOC bekannte Politikerin aus New York hat sich in ihrer politischen Karriere auch stets für LGBTI-Rechte ausgesprochen und ist in der Community sehr populär. So trat sie etwa auch als Gastjurorin in der Realityshow "RuPaul's Drag Race" auf.

Als Favoriten für die republikanische Präsidentschaftskandidatur 2028 werden derzeit insbesondere Vizepräsident JD Vance und Außenminister Marco Rubio genannt. Auch Donald Trump hat bereits damit kokettiert, in zweieinhalb Jahren erneut anzutreten, obwohl laut der US-Verfassung eine Person eigentlich nur zwei Amtszeiten lang amerikanischer Präsident sein darf. Sowohl Vance als auch Rubio haben wie auch Trump immer wieder gegen LGBTI-Rechte Stimmung gemacht. (dk)

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