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"Ein Ort gelebter Solidarität"

Der Anti-Trump-Preis: FC St. Pauli zeichnet queere Fußballbar in den USA aus

Die FIFA ehrte Donald Trump mit einem "Peace Prize". Beim FC St. Pauli löste das Befremden aus – also startete man seinen eigenen Friedenspreis. Erster Preisträger ist der Betreiber des "Black Hart of St. Paul".


Wes Burdine freut sich über den "Peace Prize" aus dem 7.000 Kilometer entfernten Hamburg (Bild: FC St. Pauli)
  • 15. April 2026, 16:18h 3 Min.

Unter anderem als Replik auf US-Präsident Donald Trump hat der Fußball-Bundesligist FC St. Pauli in den Vereinigten Staaten einen "Peace Prize" ins Leben gerufen. Erster Preisträger ist Wes Burdine, ein Barbetreiber aus Minnesota, dessen Lokal mit dem Namen "Black Hart of St. Paul" als Treffpunkt für queere Fußball-Fans und deren Freund*­innen dient.

Trump war im Dezember bei der Auslosung zur Fußball-Weltmeisterschaft von dem Weltverband FIFA mit einem Friedenspreis ("Peace Prize") ausgezeichnet worden. In den Augen des Hamburger Kultvereins war dies "ein Schritt, der den Fußball für politische Symbolik vereinnahmt hat". Die Aktion des FC St. Pauli sei "ein bewusster Gegenentwurf" dazu, heißt es in einer Mitteilung des Clubs. "Im Mittelpunkt stehen keine Machtfiguren, sondern Menschen, die im Alltag Verantwortung übernehmen und demokratische Teilhabe konkret stärken".

Preis für "offene und demokratische Gesellschaft" – und gegen "Reiche und Mächtige"

"Mit dem Friedenspreis will der FC St. Pauli diejenigen stärken, die Verantwortung übernehmen und in ihren Communitys etwas bewirken", teilte der Hamburger Fußballverein auf Instagram mit. "Im Fokus stehen echte Alltagsheld*innen, die sich für eine offene und demokratische Gesellschaft einsetzen – nicht darauf, den Reichen und Mächtigen noch mehr Aufmerksamkeit zu verschaffen."

Die Bar von Wes Burdine sei mehr als nur ein Treffpunkt für Fußballfans: "Sie ist ein inklusiver Raum für die queere Community und ein Ort gelebter Solidarität. In den vergangenen Monaten haben Burdine und sein Netzwerk Unterstützung für Menschen organisiert, die von gezielten Maßnahmen der Einwanderungsbehörden betroffen sind."

Preisträger Wes Burdine erklärte, dass es sein Lokal gebe, "weil wir einen queeren Fußballraum schaffen wollten – einen Ort, an dem Menschen aus unterschiedlichsten Lebensrealitäten zusammenkommen, miteinander feiern und sich als Gemeinschaft erleben". Zuletzt sei das Klima aber rauer geworden: "In den vergangenen Monaten haben wir erlebt, wie unsere Nachbarschaften unter Druck geraten sind. Viele unserer migrantischen Nachbar*innen hatten Angst, ihre Häuser zu verlassen. Wir glauben, dass Fußball ein Weg ist, Emotionen zu teilen und daraus Verantwortung für unsere Communitys abzuleiten."

Neuer Instagram-Kanal für die USA

St. Paulis Präsident Oke Göttlich hatte bereits im Januar in mehreren Interviews gefordert, zumindest über einen Boykott der Fußball-WM in den USA, Mexiko und Kanada zu diskutieren. Die Clubführung beklagt aktuell Entwicklungen in den USA, "in denen autoritäre Tendenzen und gezielte Einschränkungen von Rechten und Freiheiten zu beobachten sind".

Als Reaktion darauf wolle der FC St. Pauli mit seinem "Peace Prize" Menschen und Initiativen würdigen, "die sich aktiv für Solidarität, Teilhabe und ein respektvolles Miteinander einsetzen". Außerdem startete der Club eigens einen neuen Instagram-Kanal für die USA. (dpa/cw)

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