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Staatliche Zensur
Nach Bericht über "Heated Rivalry": Geldstrafe für russische Nachrichtenagentur
Die Zensur in Russland wird schärfer: Schon eine harmlose Rezension über die queere Fernsehserie "Heated Rivalry" bringt die Staatsmacht in Wallung.

"Heated Rivalry" handelt von der Liebe zwischen dem Russen Ilya Rozanov (dargestellt vom Amerikaner Connor Storrie, li.) und dem Kanadier Shane Hollander (Hudson Williams) (Bild: Sphere Abacus / Sabrina Lantos)
- 17. April 2026, 15:05h 2 Min.
Ein russisches Gericht hat eine regionale Nachrichtenagentur zu einer Geldstrafe verurteilt, weil sie über die queere kanadische Eishockey-Serie "Heated Rivalry" berichtet hatte. Der Fall gilt als weiteres Beispiel für die zunehmend harte Durchsetzung der sogenannten "Homo-Propaganda"-Gesetze in Russland.
Konkret verhängte ein Gericht in der 800 Kilometer südöstlich von Moskau gelegenen Großstadt Saratow eine Strafe von einer halben Million Rubel (5.600 Euro) gegen SaratovBusinessConsulting (SarBC). Ein Direktor der Agentur erhielt zudem eine persönliche Geldstrafe in Höhe von 50.000 Rubel (560 Euro).
Anlass war ein kurzer Artikel, der sich mit der Popularität der Serie beschäftigte. Die Behörden werteten bereits diese Berichterstattung als unzulässige Verbreitung von queeren Inhalten im Internet.
Mitarbeitende der betroffenen Redaktion gehen nach der Zensur entsprechend vorsichtig vor – und vermeiden es teils sogar, den Namen der Serie öffentlich auszusprechen. So erklärte eine SarBC-Mitarbeiterin gegenüber dem unabhängigen russischen Medienportal Mediazona anonym: "Es gibt eine bestimmte TV-Serie, über die gerade intensiv diskutiert wird", so die Mitarbeiterin. "Der Artikel entstand lediglich im Rahmen eines Linkaustauschs. Er wurde nur für kurze Zeit veröffentlicht, aber wir haben ihn schnell wieder gelöscht. Es handelt sich um eine harmlose Rezension – wie sie im Internet überall zu finden ist."
"Heated Rivalry" ist auch in Russland populär
Dabei ist die Serie selbst in Russland äußerst populär. Trotz Verboten verbreitet sie sich mit Hilfe von VPNs und illegale Streamingangebote und hat eine große Fangemeinde. In der beliebten Film- und Serienplattform "Kinopoisk" haben etwa mehr als 64.000 Menschen die Serie bewertet – mit 8,3 von zehn Punkten. Zum Vergleich: Im ungleich größeren Portal "Internet Movie Database" (IMDb), das zum Amazon-Konzern gehört, bewerteten knapp über 100.000 Menschen die Serie mit 8,8 von zehn Punkten. Beobachter*innen interpretieren das Interesse im Putin-Reich als ein Zeichen dafür, dass Teile der russischen Bevölkerung sich staatlichen Vorgaben widersetzen.
"Heated Rivalry" basiert auf dem gleichnamigen Roman der kanadischen Autorin Rachel Reid und erzählt von den beiden Eishockeyspielern Shane Hollander, einem Kanadier, und Ilya Rozanov, einem Russen. Sie sind auf dem Eis Rivalen, privat verbindet sie aber eine heiße Liebesaffäre, die ihren Karrieren erheblich schaden könnte.
Russland hatte bereits 2013 verboten, Informationen über "nicht traditionelle sexuelle Beziehungen" an Minderjährige zu verbreiten (queer.de berichtete). Nach der russischen Invasion der Ukraine und der damit einhergehende Entfremdung von demokratischen Staaten wurde die Regelung 2022 auf Erwachsene ausgeweitet (queer.de berichtete). (cw)















