https://queer.de/?57626
Jetzt mitmachen!
"Queeres Leben mit Pflege? – Wir wollen es wissen!"
Die Bundesfachstelle Pflege und Alter(n) von LSBTIQ* und Menschen mit HIV hat eine bundesweite Online-Umfrage zur Lebens- und Pflegesituation unterstützungsbedürftiger LSBTIQ* und Menschen mit HIV gestartet.

Symbolbild (Bild: FG Trade ID: 2258154299)
- 18. April 2026, 05:49h 3 Min.
Wie erleben queere Menschen den Übergang in die Pflege? Welche Ängste begleiten Menschen mit HIV, wenn sie auf fremde Hilfe angewiesen sind? Was belastet ihre pflegenden An- und Zugehörigen? Um diese Fragen zu beantworten und passgenaue Unterstützungsstrukturen zu schaffen, hat die Bundesfachstelle Pflege und Alter(n) von LSBTIQ* und Menschen mit HIV, in Trägerschaft der Bundesinteressenvertretung schwuler Senioren (BISS) e.V. eine bundesweite Online-Umfrage gestartet.
Das Thema Pflege trifft viele Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans*, Inter* und queere Menschen unvorbereitet. "Studien und Beratungserfahrungen zeigen, dass die Auseinandersetzung mit dem Älterwerden und einer drohenden Pflegebedürftigkeit in der Community häufig so lange wie möglich hinausgezögert wird. Die Angst vor einem erneuten Autonomieverlust oder Diskriminierung im Pflegesystem führt oft zu einer Tabuisierung des Themas im eigenen Umfeld", weiß Peter Struck vom BISS-Vorstand zu berichten. Tritt die Pflegebedürftigkeit dann plötzlich ein, stehen Betroffene und ihre Wahlfamilien oftmals vor einer massiven Überforderung.
Die Ergebnisse der gestarteten Umfrage bilden das Fundament für ein wegweisendes Lots*innenprogramm der Bundesfachstelle, welches die Selbsthilfe sowie die sexuelle und geschlechtliche Selbstbestimmung im Pflegekontext sichern soll. Das Lots*innenprogramm soll genau hier ansetzen: Es will Ängste abbauen, zur frühzeitigen Vorsorge ermutigen und sicherstellen, dass niemand im Krisenfall erst mühsam nach queer-sensiblen Strukturen suchen muss. Das Projekt und die Erhebung werden durch den GKV-Spitzenverband im Einvernehmen mit dem PKV-Verband gefördert.
Sichtbarkeit schaffen, wo Schweigen droht
Noch immer ist das Regelsystem der Pflege oft unzureichend auf die Lebensrealitäten von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, trans*-, intergeschlechtlichen und queeren Personen (LSBTIQ*) vorbereitet. Die Sorge vor Diskriminierung führt nicht selten zum Rückzug aus der Community oder zum Verschweigen der eigenen Biografie gegenüber Pflegediensten.
"Wir wollen wissen, was die Community wirklich braucht. Nur mit einer soliden Datenbasis können wir Angebote entwickeln, die nachhaltig wirken und die soziale Teilhabe sichern", erklärt Markus Johannes, Projektkoordinator der Bundesfachstelle. "Ob es um die Anerkennung von individuellen Lebensentwürfen oder die spezifischen Bedarfe von pflegebedürftigen Trans*-Personen oder Menschen mit HIV geht – jede Antwort zählt."

Symbolbild (Bild: KatarzynaBialasiewicz ID:1152681137)
Aufruf zur Teilnahme: Betroffene, Zugehörige und Fachkräfte gefragt
Die Umfrage richtet sich sowohl an pflegebedürftige Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans*, Inter* und queere Menschen als auch an pflegebedürftige Menschen mit HIV sowie an deren pflegende An- und Zugehörige wie Partner*innen, Wahlfamilien, Freund*innen. Auch Pflegefachkräfte sind angesprochen, die die Befragung gemeinsam mit ihren Klient*innen ausfüllen möchten.
Die erhobenen Daten werden ausgewertet und fließen unmittelbar in den Aufbau der zukünftigen Angebote der Bundesfachstelle ein. Ziel ist es, Selbstvertretungskompetenzen zu stärken und das Thema Pflege innerhalb der LSBTIQ*-Communities zu enttabuisieren.
Jetzt teilnehmen
Die Befragung ist anonym und nimmt ca. 30 Minuten in Anspruch. Besonders wertvoll sind die Antworten in den offenen Textfeldern, um individuelle Erfahrungen und Wünsche detailliert zu dokumentieren. Der Fragebogen steht auch als PDF-Download zur Verfügung.
Links zum Thema:
» Jetzt an der Online-Umfrage teilnehmen














