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Kalender

Männerakt zwischen Kunstzitat und Erotik

Die Kunstkalender-Reihe "Nice Guys & Bad Cocks" enthält unverblümt erotische und zugleich stilbewusste Schwarzweiß-Fotografien, die den männlichen Körper bewusst auf das Wesentliche reduzieren.


Sämtliche Motive in "Nice Guys & Bad Cocks" sind ohne KI entstanden, zu sehen sind ausschließlich reale Modelle (Bild: Jens Brüggemann)
  • 18. April 2026, 08:51h 2 Min.

"Nice Guys & Bad Cocks" ist ein Titel, der das Programm dieses Kalenders präzise auf den Punkt bringt. Die insgesamt 13 Fotografien konzentrieren sich auf den männlichen Körper und reduzieren ihn bewusst auf das Wesentliche. Das deutsche Team um Franziska Brinkhoff, Susanne Schmidtmeier und Jens Brüggemann hat das Thema Männerfotografie in dem DIN-A4-Kalender aus einer unverblümt erotischen Perspektive ästhetisch inszeniert.

Unübersehbar ist dabei die Anlehnung an Darstellungen des männlichen Körpers aus der Antike. Anders als viele klassische Vorbilder zeigen die Schwarzweißaufnahmen den Penis jedoch nicht zurückhaltend oder beiläufig, sondern meist erigiert und damit demonstrativ präsent. Gerade diese Entscheidung macht den Kalender zu einem auffälligen Projekt. Die Idee dahinter formuliert das Team selbst denkbar klar: Wenn es in Erotikkalendern mit Frauen offene und explizite Inszenierungen gibt, müsse es Vergleichbares auch für Männer geben.

Intimität und Sinnlichkeit


"Nice Guys & Bad Cocks" enthält 13 Schwarzweißaufnahmen

Das schlaffe Glied, so die Überzeugung, bilde nur einen Teil der Wirklichkeit ab – und sei fotografisch zudem weit weniger reizvoll. Den männlichen Unterleib in seiner vollen Präsenz zu zeigen, erscheint vor diesem Hintergrund als logische Konsequenz.

Von außen mag die Vorstellung eines solchen Shootings andere Assoziationen hervorrufen. Tatsächlich beschreiben Fotograf*­innen die Arbeit an solchen Motiven jedoch vor allem als konzentrierten, technisch wie künstlerisch anspruchsvollen Prozess. Gerade darin liegt ein wesentlicher Reiz der Serie: Trotz der nüchternen Arbeitsrealität hinter der Kamera vermitteln die Bilder einen Eindruck von Intimität und Sinnlichkeit. Die Körper der Männer erscheinen begehrenswert, lebendig und szenisch verdichtet, als seien sie im Moment der Erregung festgehalten. Dass diese Wirkung entsteht, liegt nicht zuletzt an der präzisen Lichtführung und dem gezielten Einsatz der Schwarzweißfotografie.

Hinzu kommt ein Aspekt, mit dem sich das Projekt ausdrücklich von digitalen Bildfantasien absetzt: Ein Gütesiegel mit dem Hinweis "No AI-Fakes" soll garantieren, dass sämtliche Motive ohne KI entstanden sind. Zu sehen sind nach eigener Darstellung ausschließlich reale Modelle.

So steht "Nice Guys & Bad Cocks" letztlich zwischen Kunstzitat, Körperstudie und homo­erotischer Inszenierung. Der hochwertig gedruckte Kalender mit Spiralbindung versteht sich weniger als bloßes Accessoire denn als visuelles Statement. Inzwischen ist mit "Nice Guys & Bad Cocks 2027" (Amazon-Affiliate-Link ) bereits ein Nachfolger erschienen. Mehr dazu dann auch an dieser Stelle. (dd/pm)

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Galerie:
Nice Guys & Bad Cocks 2026
7 Bilder
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