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Uckermark-Wahl
Lesbische CDU-Landrätin verteidigt Amt gegen AfD
Karina Dörk bleibt Landrätin in der Uckermark. Die lesbische CDU-Politikerin setzte sich klar gegen AfD-Bewerber Felix Teichner durch. Mit einem Rosa-Winkel-Plakat hatte der Burschenschaftler im Wahlkampf für einen Eklat gesorgt.

Sie kann weitermachen: CDU-Landrätin Karina Dörk ist wiedergewählt (Bild: IMAGO / Martin Müller)
- 20. April 2026, 06:25h 3 Min.
Die offen lesbische CDU-Politikerin Karina Dörk bleibt Landrätin in der Uckermark. Bei der Landratswahl setzte sich die 61 Jahre alte Amtsinhaberin am Sonntag gegen den AfD-Bewerber Felix Teichner durch.
Die Alternative für Deutschland (AfD) wollte zum ersten Mal einen Landrat in Brandenburg stellen. Doch CDU-Landrätin Dörk kam nach dem vorläufigen Endergebnis auf 60 Prozent der Stimmen. Der 35 Jahre alte AfD-Politiker und Landtagsabgeordnete Teichner erreichte 40 Prozent, wie aus der Auszählung aller Stimmen hervorging. Es gab keine weiteren Kandidat*innen. Die Wahlbeteiligung lag mit 55,3 Prozent deutlich höher als bei der Landesratswahl vor acht Jahren.
Kontroverse um Wahlplakat
Als Student wurde Teichner Mitglied der schlagenden Hannoverschen Burschenschaft Ghibellinia-Leipzig, der er heute als "Alter Herr" angehört. Zum Wahlausgang sagte der AfD-Politiker: "Das Ergebnis respektiere ich." Der Amtsbonus der Landrätin sei nicht zu unterschätzen. "Sie hat auch in den letzten acht Jahren nicht alles falsch gemacht." Teichner gratulierte Dörk vor Ort. Noch im Wahlkampf hatte sie ihrem Kontrahenten den Handschlag verweigert.
Grund war ein Wahlplakat von Teichner: "Veränderung statt 'weiter so'" war darauf zu lesen, daneben war ein mit Künstlicher Intelligenz erstelltes Foto der Landrätin zu sehen. Sie formte mit ihren Händen die für Ex-Kanzlerin Merkel typische Raute, eingefasst war Dörks Bild in ein rosafarbenes Dreieck (queer.de berichtete).

Wahlkampf mit rosa Winkel: Felix Teichner (r.) behauptet, dass bei seinem Wahlplakat keine Nazi-Symbolik beabsichtigt gewesen sei (Bild: Facebook)
Die Kritik: Mit einem sogenannten rosa Winkel wurden in der NS-Zeit als homosexuell eingesperrte Häftlinge in Konzentrationslagern von Insassen anderer Kategorien unterschieden. Für Dörk geht das Plakat "unter die Gürtellinie". Sie werde ihm nicht mehr die Hand geben, solange er es nicht abhänge, sagte sie.
Demokratische Parteien zeigen sich erleichtert
Die 61 Jahre alte CDU-Landrätin ist seit rund acht Jahren Chefin im Landratsamt mit rund 1.000 Mitarbeiter*innen. Für die Wahl bekam Dörk auch die Unterstützung der SPD sowie anderer Parteien. Erst vor kurzem wurde die Verwaltungschefin zur neuen Präsidentin des Landkreistages Brandenburg gewählt.
Die CDU Brandenburg teilte mit: "Dieses starke Ergebnis ist vor allem Ausdruck des großen Vertrauens, das sich Karina Dörk in den vergangenen acht Jahren als Landrätin erarbeitet hat." Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Michael Kellner, der seinen Wahlkreis in der Uckermark hat, nahm den Wahlsieg Dörks erleichtert auf, wie er sagte. Brandenburgs SPD-Generalsekretär Kurt Fischer sagte: "Die Landratswahl in der Uckermark hat gezeigt, dass man mit gemeinsamer Anstrengung und breiter Unterstützung aus der politischen Mitte einen klaren Sieg für eine erfolgreiche Amtsinhaberin erzielen kann."
Das landesweite Aktionsbündnis gegen Gewalt, Rechtsextremismus und Rassismus nannte das Wahlergebnis ein "starkes Signal für die Demokratie" in Brandenburg. Rechtsextreme Einstellungen blieben aber weiterhin eine Herausforderung, teilte die Organisation mit.
AfD-Kandidat wird von Heino verklagt
Die seenreiche Uckermark ist bei Großstädter*innen aus dem benachbarten Berlin beliebt und eine gefragte Urlaubsregion. Auch Altkanzlerin Angela Merkel hat dort ein Haus. Zudem ist die für die Kraftstoffversorgung wichtige Ölraffinerie PCK in Schwedt in der Uckermark angesiedelt. Zugleich gilt die dünn besiedelte Uckermark als eine AfD-Hochburg. Im Kreistag ist die Partei die stärkste Fraktion.
Derweil hat der unterlegene AfD-Kandidat Teichner richtig Ärger, weil er Heinos Namen im Wahlkampf nutzte. Der Volksmusikstar Heino geht juristisch dagegen vor. In einem Beitrag in den sozialen Medien schrieb der AfD-Politiker Teichner: "Am Sonntag würde Heino Felix wählen." Zuerst hatte die "Bild"-Zeitung über den Fall berichtet.
"Das ist eine Unverschämtheit, und das geht zu weit", lässt Heinos Manager Helmut Werner von dem Sänger ausrichten. Per Eilantrag sei eine einstweilige Verfügung beim Landgericht Neuruppin beantragt worden. Der Sänger verlangt zudem 250.000 Euro Schmerzensgeld. (cw/dpa)















