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USA

Caitlyn Jenner kritisiert Trans-Politik ihres Idols Donald Trump

Die bekannteste trans Frau der Welt ist ein glühender Trump-Fan – nur wenn sie selbst von seiner transfeindlichen Politik betroffen ist, übt sie (leise) Kritik.


Caitlyn Jenner – hier bei einer Pressekonferenz während ihrer Bewerbung um das kalifornische Gouverneursamt 2021 – gibt sich weiter als Fan-Girl von Präsident Donald Trump (Bild: IMAGO / ZUMA Press Wire)
  • 20. April 2026, 12:40h 3 Min.

Die amerikanische Reality-TV-Darstellerin und frühere Olympionikin Caitlyn Jenner sorgt derzeit mit leiser Kritik an Präsident Donald Trump für Aufsehen. In einem Interview mit einer Trump-treuen Journalistin beklagte die 76-jährige trans Frau, dass ihr neu ausgestellter US-Reisepass wieder das männliche Geschlecht ausweist – obwohl sie ihre Transition bereits vor Jahren vollzogen und alle Dokumente entsprechend geändert hatte. Ursache ist ein vom obersten Gerichtshof abgesegnetes Dekret der Trump-Regierung, wonach staatliche Ausweise nur noch das bei der Geburt zugewiesene Geschlecht enthalten dürfen.

Für Jenner hat das konkrete Folgen: "Was soll ich tun? Das ist ein Sicherheitsproblem. Ich kann nicht mehr international reisen. Ich kann meinen Reisepass nicht benutzen." Sie habe sich sich in einem Brief sogar direkt Trump, um Hilfe zu bekommen – bislang ohne Antwort. Auch gegenüber Medien hat sich die Trump-Regierung bislang nicht zum Fall Jenner geäußert.

Die überzeugte Republikanerin nimmt ihrem Präsidenten das gegen sie gerichtete Dekret allerdings nicht übel: "Er hat gerade ziemlich viel zu tun. Mein Geschlechtseintrag ist ein kleineres Thema. Okay, ich verstehe das und mache ihm keinerlei Vorwürfe. Ich mag den Typen und ich liebe das, was er tut." Außerdem erklärte sie: "Ich gebe Präsident Trump keine Schuld. Ich liebe ihn."

Transfeindlichkeit unter Trump Staatsräson

Unter Donald Trump ist Transfeindlichkeit praktisch zur Staatsräson erhoben worden: Der jetzt 79-Jährige hatte bereits im Wahlkampf 2024 die transfeindliche Stimmung in der Öffentlichkeit aufgegriffen und allein in den letzten acht Wahlkampfwochen 35 Millionen Dollar für transfeindliche Fernsehwerbung ausgegeben (queer.de berichtete). Seit seiner Machtübernahme schränkt er die Rechte von trans Menschen konsequent ein – etwa mit einem Verbot, im Militär zu dienen, oder trans Menschen in staatlichen Museen zu erwähnen (queer.de berichtete).

Für trans Amerikaner*innen hat das erhebliche Folgen: Studien haben bereits wiederholt gezeigt, dass transfeindliche Gesetze die psychische Gesundheit von trans Menschen belasten und zu mehr Suizidversuchen führen (queer.de berichtete).

Caitlyn Jenner: Vom queeren Vorbild zur "Auntie Caitlyn"

Caitlyn Jenner gewann 1976 bei den Olympischen Sommerspielen in Montreal die Goldmedaille im Zehnkampf der Männer und wurde in den USA zu einem sportlichen Vorbild für eine ganze Generation. 2007 geriet sie erneut ins Licht der Öffentlichkeit mit der weltweit erfolgreichen Realityserie "Keeping Up with the Kardashians". 2015 outete sich Jenner als trans – und wurde zunächst von der LGBTI-Community als Vorbild angesehen. Viele ihrer Äußerungen – etwa die Ablehnung der gleichgeschlechtlichen Ehe oder ihre Unterstützung von queerfeindlichen Politikern wie Ted Cruz oder Donald Trump – stießen zwar einigen sauer auf, allerdings bestand die Hoffnung, dass sie die Akzeptanz von trans Menschen erhöhen würde.

Allerdings radikalisierte sie sich politisch immer mehr und wurde sie zu einem Sprachrohr gegen queere Rechte. So erklärte sie 2023, ihr Ziel sei es, die "Regenbogenmafia" zu stoppen (queer.de berichtete). Wegen dieser Haltung wird sie oft als "Auntie Caitlyn" verspottet, also als LGBTI-Version von "Uncle Tom" – dieser Begriff steht für einen Afroamerikaner, der durch sein unterwürfiges Verhalten gegenüber Weißen Rassendiskriminierung indirekt unterstützt.

Kritik an der transfeindlichen Politik der Republikaner übte Jenner bislang nur, wenn sie selbst betroffen war – etwa keine öffentliche Toilette mehr aufsuchen durfte oder – wie jetzt – wegen der neuen Reisepass-Regelung Probleme erhält. (cw)

Instagram | Nach dem Wahlsieg Trumps freute sich Caitlyn Jenner, dass nun wieder "gesunder Menschenverstand" ins Weiße Haus einziehen würde
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