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"Gottes Entwurf für die familiäre Struktur"

US-Bundesstaat erklärt queeren Pride Month zum "Monat der Kernfamilie"

Der rechtsextreme "Stolzmonat" ist auch in den USA angekommen: Der Bundesstaat Tennessee rief jetzt den "Monat der Kernfamilie" aus, bei dem Regenbogenfamilien ausdrücklich ausgeschlossen werden.


Gouverneur Bill Lee hat den Juni zum "Monat der Kernfamilie" erklärt (Bild: Tennessee State Library and Archives)
  • 20. April 2026, 13:50h 2 Min.

Bill Lee, der republikanische Gouverneur des Bundesstaates Tennessee, hat eine Resolution unterzeichnet, die den Juni in Tennessee zum "Nuclear Family Month" ("Monat der Kernfamilie") erklärt (PDF, nur in den USA abrufbar). Eine Kernfamilie wird dabei definiert als Familie "bestehend aus einem Ehemann, einer Ehefrau und allen biologischen, adoptierten oder in Pflege genommenen Kindern". Regenbogen­familien und Alleinerziehende werden also ausgeschlossen.

Eine solche Kernfamilie sei "Gottes Entwurf für die familiäre Struktur und seit der Erschaffung der Welt das Fundament der Gesellschaft", heißt es in dem Papier. Dieser habe zu "Wohlstand in unserer Nation" geführt, sei aber "inzwischen unter Beschuss" geraten.

Juni ist seit Jahren Pride Month

Zwar erwähnt die Resolution nicht ausdrücklich queere Menschen, allerdings wird durch die Auswahl des Monats deutlich, dass das Papier ein Gegengewicht zu queeren Rechten sein soll: Denn der Juni gilt traditionell als Pride Month, einem jährlichen Aktions- und Gedenkmonat, in dem die Rechte, Sichtbarkeit und Geschichte von queeren Menschen im Mittelpunkt stehen. Er geht auf die Stonewall-Ausschreitungen Ende Juni 1969 zurück, auf die sich die modernen CSDs berufen.

Offiziell anerkannt wurde der Pride Month erstmals 1999 durch den damaligen US-Präsidenten Bill Clinton als "Gay and Lesbian Pride Month". Später erweiterten Präsidenten wie Barack Obama und Joe Biden die Anerkennung auf die gesamte LGBTIQ-Community. Unter den republikanischen Präsidenten George W. Bush und Donald Trump wurde der Pride Month allerdings nicht begangen.

Stolzmonat wird seit Jahren im rechtsextremen Milieu begangen

Auch in Deutschland gibt es mit dem sogenannten Stolzmonat eine Gegenbewegung gegen den Pride Month. Seit mehreren Jahren begehen ihn Rechtsextreme mit Memes und Hetze in sozialen Netzwerken, darunter auch Abgeordnete der AfD, um gegen queere Menschen vorzugehen. Bereits 2023 schrieb etwa AfD-Fraktionschefin Beatrix von Storch auf X: "#PrideMonth in die Tonne! Schluss mit diesem zwanghaften Minderheitendiktat. Runter mit der #Regenbogenfahne" (queer.de berichtete).

Die Resolution war zuvor mit der republikanischen Supermehrheit in beiden Kammern des Landesparlaments von Tennessee beschlossen worden. Der Staat gilt als sehr konservativ – und hat bereits viele Gesetze gegen queere Menschen beschlossen. So dürfen Dragqueens nicht mehr im öffentlichen Raum auftreten, zudem sind geschlechtsanpassende Behandlungen von trans Jugendlichen gesetzlich verboten, selbst wenn diese von Ärzt*innen empfohlen werden. (dk)

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