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Polizeibericht

Homophobe Attacke vor Göttinger Supermarkt

Die Göttinger Polizei musste sich mit einem homophoben Duo auseinandersetzen.


Die Göttinger Polizei musste sich mit einem homophoben Duo auseinandersetzen (Bild: René Mentschke / flickr)

  • 20. April 2026, 14:09h 2 Min.

Vor einem Supermarkt in der Göttinger Kurze-Geismar-Straße soll es am Freitagabend gegen 21.30 Uhr zu einem mutmaßlich homophob motivierten Angriff auf eine vierköpfige Personengruppe gekommen sein. Ein Mann wurde dabei nach bisherigen Erkenntnissen leicht verletzt. Die Polizei Göttingen bittet Zeug*­innen, die den Vorfall beobachtet haben, sich zu melden.

Ersten Ermittlungen zufolge war es zunächst im Bereich des Kaufland-Marktes zu verbalen Streitigkeiten zwischen zwei Göttingern im Alter von 40 und 36 Jahren und der später angegriffenen Gruppe gekommen. Die beiden mutmaßlichen Täter sollen demnach die Gruppe auf deren mutmaßliche sexuelle Orientierung angesprochen und im weiteren Verlauf homophob beleidigt haben. Daher ermittle die Polizei wegen eines homo­sexuellenfeindliches Hassdeliktes.

Als die vierköpfige Gruppe den Markt verließ, sollen die beiden Göttinger bereits vor dem Ausgang gewartet haben. Kurz darauf kam es zu dem körperlichen Angriff.

Tatverdächtiger "hochaggressiv" gegenüber Polizeikräften

Nach dem Eintreffen der Polizei eskalierte die Lage weiter: Der 40-jährige Tatverdächtige habe sich laut Polizei den Einsatzkräften gegenüber sofort "hochaggressiv" verhalten und habe überwältigt werden müssen. Dabei habe der Mann erheblichen Widerstand gegen die polizeilichen Maßnahmen geleistet, bevor er gefesselt werden konnte.

Auch danach habe er sich nicht beruhigt. Er beleidigte und bedrohte nach offiziellen Angaben die eingesetzten Polizeikräfte fortlaufend, auch noch während des anschließenden Transports und der weiteren Maßnahmen auf der Dienststelle. Gegen ihn wurden deshalb unter anderem Verfahren wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte, Beleidigung und Bedrohung eingeleitet.

Der Tatverdächtige habe im Verlauf des Einsatzes eine leichte Gesichtsverletzung und wurde vor Ort medizinisch versorgt. Im Anschluss wurde eine Blutentnahme durchgeführt. Im Rahmen der Identitätsfeststellung stellte sich außerdem heraus, dass gegen ihn ein offener Haftbefehl vorlag. Da der haftbefreiende Betrag nicht entrichtet werden konnte, wurde er anschließend in die Justizvollzugsanstalt Rosdorf eingeliefert.

Der 36-jährige Mitbeschuldigte sei gegenüber den eingesetzten Polizeikräften deutlich weniger auffällig aufgetreten. Gegen ihn wird ebenfalls im Zusammenhang mit dem mutmaßlich homophob motivierten Angriff ermittelt. Zudem wurde gegen ihn ein Platzverweis für den Innenstadtbereich ausgesprochen.

Die weiteren Ermittlungen werden vom Staatsschutzkommissariat der Polizei Göttingen geführt. Dies ist in Fällen von mutmaßlicher Hasskriminalität üblich.

Polizei bittet Zeug*innen, sich zu melden

Zeug*innen, die die Auseinandersetzung am Freitagabend vor dem Supermarkt beobachtet haben oder sonst sachdienliche Hinweise geben können, werden gebeten, sich unter Telefon (0551) 491-2115 bei der Polizei Göttingen zu melden. (pm/cw)

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