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Mitgliederversammlung

LSVD+ besorgt über Haltung von Union und SPD

Der queere Dachverband LSVD+ hat am Wochenende in einer Mitgliederversammlung den Kurs für die nächsten Jahre bestimmt. Kritik gab es an der aktuellen Bundesregierung.


Die LSVD+-Mitglieder­versammlung stand unter dem Motto "Laut – stark – bunt" (Bild: LSVD⁺)

  • 20. April 2026, 16:21h 2 Min.

Der queere Verband LSVD+ hat am Wochenende unter dem Motto "Laut – stark – bunt" seine 38. Mitgliederversammlung in Berlin abgehalten. Die 120 Mitglieder beschlossen dabei eine Reihe von Anträgen, etwa zum Schutz von queeren Menschen vor Hasskriminalität oder zur ökonomischen und sozialen Chancengleichheit von queeren Menschen. Außerdem soll ein LSVD+-Jugendverband gegründet werden. Alle beschlossenen Anträge und ein Bericht werden diese Woche auf der Website veröffentlicht.

Bundesvorstandsmitglied Patrick Dörr kritisierte im Namen des gesamten Vorstandes die Inaktivität der schwarz-roten Bundesregierung bei Queerpolitik. "Das sicherheitspolitische Staatsversagen beim Schutz von LSBTIAQ* muss enden", so Dörr. Ein Problem sei nicht nur das erstarken der queerfeindlichen AfD, die "Queer- und vor allem Trans*feindlichkeit als Brückenideologie und Brandbeschleuniger identifiziert" habe.

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Angst vor Rückschritten

Dieser Dauerbeschuss habe auch Einfluss auf die Regierungsparteien: "Teile von CDU/CSU übernehmen mehr und mehr dieser queerfeindlichen Positionen, und die SPD steht zwar verbal klar an der Seite der Community, sie könnte jedoch innerhalb der Bundesregierung mehr queerpolitisches Rückgrat zeigen", beklagte Dörr. Große Teile der queeren Communitys fürchteten "um ihre Sicherheit und den Fortbestand hart erstrittener Menschenrechte".

Bei der Veranstaltung richteten auch mehrere Politiker*innen Grußworte an die Teilnehmenden, darunter der Berliner Finanzsenator Stefan Evers (CDU) und die Queerbeauftragte Sophie Koch (SPD). Auch die Antidiskriminierungsbeauftragte Ferda Ataman hielt eine Rede.

Dazu wurden auch Personalentscheidungen getroffen: So sind Patrick Dörr, Andre Lehmann, Julia Monro, Alva Träbert und Alexander Vogt für eine weitere zweijährige Amtszeit im Bundesvorstand bestätigt worden. Neu dazugekommen sind Florian Wieczorek und Julia Zimmermann. Nach mehreren Jahren verließen Henny Engels, Jörg Hutter und Erik Jödicke das Gremium.

Bereits seit der Amtsübernahme der Merz-Regierung im Mai 2025 hatte sich der LSVD+ besorgt gezeigt. Letzten Sommer kritisierte der Dachverband etwa das von CDU-Bundestagspräsidentin Julia Klöckner erlassene Verbot der Regenbogenfahne am Reichstagsgebäude und die abwertende "Zirkuszelt"-Bezeichnung von Kanzler Friedrich Merz (queer.de berichtete). "Die Regenbogenflagge ist keine parteipolitische Stellungnahme. Sie ist ein universeller Ausdruck demokratischer Grundwerte wie Respekt, Gleichstellung und einer freien Gesellschaft", teilte der LSVD+ damals mit. (cw)

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