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- 16. Oktober 2006 2 Min.
Mit einem erotischen Kalender wollen US-Elitesoldaten verwundeten Kameraden helfen, wieder ins zivile Leben zurückzufinden.
Von Dennis Klein
Über 20.000 amerikanische Soldaten sind nach Angaben der staatlichen Statistikbehörde in den letzten drei Jahren im Irak verwundet worden. Das sind scheinbar selbst für die Supermacht USA zu viele: Die medizinische Versorgung nach der Rückkehr ist meist auf ein Minimum beschränkt, viele Folgekrankheiten wie Depressionen erkennt das Militär erst gar nicht als kriegsbedingt an. Die gemeinnützige Organisation "Freedom Is Not Free" ("Freiheit gibt es nicht gratis") versucht nun, diesen Menschen zu helfen: Sie hat für rund 15 Dollar (12 Euro) den Hochglanzkalender "America's Heroes" herausgebracht, in denen knackige Soldaten von der Eliteeinheit, den Marines, ihre Körper und vor allem die Muckis präsentieren. Auf die Idee mit dem Kalender kam eine Werbefachfrau aus Kalifornien; sie hatte bei einem Treffen der Gruppe die nahe liegende Idee, mit einem ganz einfachen Mittel auf die Nöte der "Helden" aufmerksam zu machen: mit Sex.
"Das ist ein Provisorium, um Menschen zu helfen, denen die Regierungsprogramme keine Aufmerksamkeit schenken", erklärt Rudy Reyes, der zwei Jahre im Irak gedient hat. "So können Bürger Bürgern helfen". Viele Rückkehrer hätten "keinen finanziellen oder emotionalen Beistand, auf den sie nach ihrer militärischen Karriere zurückfallen können", meint auch der 24-jährige Michael Saucier. Der ehemalige Unteroffizier, der ebenfalls zwei Jahre bei Bagdad stationiert war, arbeitet inzwischen als Tischlergeselle.
Viele Soldaten, die nicht von der Statistik erfasst sind, kämen inzwischen mit Verletzungen an Füßen, Knien, Hüften und am Rücken zurück, weil sie manchmal Ausrüstung mit einem Gewicht bis zu 100 Kilo tragen müssten. "Freedom Is Not Free" hilft vielen von ihnen, alltägliche Ausgaben wie die Miete oder Stromrechnungen zu bezahlen. Außerdem erhalten Opfer mit schlimmen Verbrennungen ein besonderes medizinisches Bett.
Die abgebildeten Hobby-Models touren gerade durch die USA, um für ihren Kalender zu werben. TV-Stationen reißen sich um die Marines. Eine Anti-Kriegs-Aktion soll das ganze allerdings nicht sein: In einer Pressemitteilung erklärt "Freedom Is Not Free", man wolle die "Männer und Frauen unserer Truppe unterstützen, die große Opfer bringen, um unsere Freiheit zu bewahren."
16. Oktober 2006
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» Freedom Is Not Free














