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Reihe von Désirée Nick
Trans Teilnehmerin beklagt "Zwangsouting" in Reality-Show
In der "Realitystar Academy" bei ProSieben/Joyn wurde Jessica Zemer von einer Mitkandidatin gefragt, ob sie mal "was anderes" war.

Jamie-Lee Lola (l.) und Jessica Zemer drücken bei Désirée Nick die Schulbank (Bild: joyn)
- 22. April 2026, 20:07h 4 Min.
Am Donnerstagabend zeigt ProSieben bereits die dritte und vierte Folge, da regt sich in sozialen Netzwerken weiter Empörung über einen bereits ausgestrahlten Vorfall in der neuen Reihe "Realitystar Academy": Die 25-jährige Kandidatin Jessica Zemer beklagte sich bei Instagram, sie sei von einer anderen Kandidatin "zwangsgeoutet" und "bloßgestellt" worden: "Es wurde sich über mich lustig gemacht, nur weil ich trans bin."
In der neuen Show werden angehende männliche und weibliche Reality-Stars von Gastgeberin und Reality-Urgestein Désirée Nick sowie von Dozent*innen, darunter Sam Dylan, in der Kunst des Faches und weiteren Themen unterrichtet. Die Influencer*innen müssen sich in Unterricht, Challenges und Prüfungen beweisen. Der Siegerin oder dem Sieger winkt eine Wildcard für die nächste Staffel von "Forsthaus Rampensau Germany". "Damit ist die Academy weit mehr als nur ein Wettbewerb – sie wird zum Sprungbrett ins nächste Reality-Abenteuer", schreibt der Streaming-Dienst joyn zu der Sendung, deren neue Folgen dort kostenlos um Mitternacht am Tage der TV-Austrahlung veröffentlicht werden.
"In der Münchner Schickeria gibt es das halt nicht"
In einem ebenfalls veröffentlichten 5-Minuten-Ausschnitt ist zu sehen, wie sich Jamie-Lee Lola (22) erst mit einer anderen Kandidatin über Jessisca unterhält, dann zu ihr hingeht: "Darf ich dich was fragen? Aber ich will nicht, dass du dich angegriffen fühlst." – "Jetzt kommt's", anwortet die angesprochene Kandidatin. – "Du bist ein Mädchen, oder?" – "Ja." – "Warst du früher mal was anderes?"

Der Dialog fand nicht in einem privatem Rahmen statt. Screenshot: joyn
Nach einer kurz eingeblendeten – und gestellt wirkenden – Reaktion von Désirée Nick ("Das hat sie jetzt nicht gefragt?") reagiert Zemer mit der Aussage, Lola habe sicher andere Probleme, als diese Frage jetzt zu klären. "Vielleicht später mal" wolle sie sich dazu äußern. Die Sendung blendet dann zunächst später aufgezeichnete Einzelrechtfertigungen der beiden Frauen ein. Lola fragt trotzig-ratlos, wie sie denn ansprechen solle, ob jemand schwul, lesbisch "oder etwas anderes" sei. Sie kenne "das nicht, in der Münchner Schickeria gibt es das halt nicht." Zemer meint hingegen, man könne vieles fragen. Es sei aber "billig" und "übergriffig", als erstes wissen zu wollen, "was ich in der Hose habe".
Zuvor im Gruppengeschehen hatte Lola auf einen entsprechenden direkten Vorwurf gemeint, dass man praktisch nie etwas richtig machen könne. Im Clip ist zu sehen, wie auch mehrere Kandidat*innen ihr zu erklären versuchen, dass ihr Vorgehen nicht richtig war – was an ihr abprallt.
Story selbst erzählen können
Zemer hatte in den letzten Jahren mehrfach über ihre Transgeschlechtlichkeit gesprochen, 2023 etwa über gegenüber der Deutschen Welle zu Hass im Netz oder 2021 im HR über eine Teilnahme bei "Miss Germany". Hier habe sie aber plötzlich vor einer ganzen Gruppe Rede und Antwort stehen müssen zu "superintimen Fragen": "Ich will nicht meine Story erzählen, weil ich von irgend ner Bitch dazu gedrängt werde." Man sollte warten, bis die jeweilige Person über so etwas von selbst sprechen wolle, resümierte auch Désirée Nick.
In einem Instagram-Video kritisierte Zemer weiter, "von einer absolut dummen Teilnehmerin" zunächst im Gespräch mit anderen gebodyshamed und dann mit der Frage zu ihrem Geschlecht "vor der ganzen Gruppe bloß gestellt" worden zu sein. Und das quasi direkt zur Einführung in das Haus und in die Gruppe. "Wieso fragst du mich nicht: Wie geht's dir? Wer bist du? Was bist du für ein Mensch? Was machst du in deinem Leben? Alles völlig wurscht. Du willst wissen, was ich für ein Geschlecht habe."
"Mir geht es überhaupt nicht darum, irgendwas zu verheimlichen oder zu vertuschen aber es wird ein Problem, wenn die Person überhaupt nicht an mir interessiert ist und das Ziel eigentlich nur ist mich vor der Gruppe bloßzustellen", schrieb Zemer im Begleittext. Mit Regenbogen-Emoji und Hashtag #lgbtqplus einen Bezug zur Community setzend kommentierte sie: "Wir sind stark und lassen uns nicht unterkriegen." (pm)
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