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Änderung der Richtlinien

Australien beendet diskriminierende Blutspende-Regeln für queere Menschen

Auch in Australien dürfen nun viele Schwule oder trans Menschen Blut spenden. Anders als früher werden Menschen nicht mehr wegen ihrer sexuellen oder geschlechtlichen Identität ausgeschlossen.


Australien ermöglicht auch vielen queeren Menschen, Blut zu spenden (Bild: AhmadArdity / pixabay)

  • 23. April 2026, 14:04h 2 Min.

Australien öffnet seine Blutspende-Regeln für queere Menschen – und verabschiedet sich damit von einer jahrzehntelang kritisierten Praxis, die vor allem schwule und bisexuelle Männer sowie trans Personen ausgeschlossen hat. Seit dem 20. April dürfen damit viele von ihnen erstmals Blut spenden, berichtet der öffentlich-rechtliche Sender ABC.

"Wir sind jetzt in der Lage, sicher Änderungen vorzunehmen, die es schwulen und bisexuellen Männern sowie trans Personen ermöglichen, Blut und Blutplättchen zu spenden", sagte Cath Stone, Leiterin des Blutspendedienstes Lifeblood. "Wir führen heute das ein, was wir eine geschlechtsneutrale Bewertung nennen. Alle werden die gleichen Fragen gestellt bekommen, die ihre Eignung zur Blutspende betreffen." Sie erwarte, dass es durch die Reform 20.000 weitere Blutspender*innen gebe.

Schwule Männer hatten zuvor pauschal kein Blut spenden dürfen, wenn sie in den letzten drei Monaten Sex hatten – selbst dann, wenn es sich um eine feste, monogame Beziehung handelte. Für trans Menschen gab es ebenfalls Einschränkungen. Diese Regelungen galten unabhängig vom tatsächlichen individuellen Risiko, sondern nur aufgrund der sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität. Seit Jahren kritisierten queere und Aids-Organisationen diese Pauschalverbote als Relikt aus der Vergangenheit, die queere Menschen stigmatisiere.

Frage nach sexueller Orientierung entfällt

Laut den neuen Regelungen werden nun alle potenziellen Spender*innen nach sexueller Aktivität befragt, unabhängig davon, ob sie queer sind oder nicht. Männer werden also nicht mehr ausdrücklich gefragt, ob sie Sex mit Männern haben, vielmehr wird auf mögliches individuelles Risikoverhalten abgezielt. Allerdings wird nicht nach Safer Sex etwa durch Nutzung von Kondomen gefragt.

Deutschland hatte bereits 2023 eine ähnliche Reform durchgeführt (queer.de berichtete). Allerdings gibt es Kritik etwa an Fragen zu Analsex, die laut Deutscher Aidshilfe ohne wissenschaftliche Evidenz nun auch viele Heterosexuelle ausschließen könne (queer.de berichtete). Auch in Australien wird nach Analsex gefragt.

Viele andere Länder haben die Diskriminierung Homosexueller beim Blutspenden bereits abgeschafft – teilweise seit vielen Jahren. Dazu zählen etwa Spanien, Italien oder Großbritannien. (cw)

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