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Kulturkampf
Trumps Medienaufsicht setzt sich für weniger queere Menschen im Fernsehen ein
Die Trump-Regierung hat in ihrem Kulturkampf gegen "Wokeness" insbesondere queere Menschen im Auge. Nun plant die FCC, die Sichtbarkeit von trans Menschen im frei empfangbaren Fernsehen einzuschränken.

FCC-Chef Brendan Carr will weniger Trump-Kritik und weniger queere Menschen im Fernsehen sehen (Bild: IMAGO / Anadolu Agency)
- 24. April 2026, 14:19h 3 Min.
Die US-Medienaufsichtsbehörde Federal Communications Commission (FCC) hat eine neue Prüfung des Fernsehratingsystems gestartet – und sorgt damit für scharfe Kritik aus der queeren Community.
Konkret fragt die Behörde unter ihrem Vorsitzenden Brendan Carr in einem Beteiligungsverfahren, ob Sendungen mit "Geschlechtsidentitätsthemen" künftig anders bewertet oder mit zusätzlichen Warnhinweisen versehen werden sollten. Im Raum steht etwa, ob Inhalte mit trans oder nichtbinären Figuren selbst bei kinderfreundlichen Formaten stärker gekennzeichnet oder höher eingestuft werden müssten.
Zum Hintergrund: In den USA gibt es kein staatlich festgelegtes Bewertungssystem für TV-Inhalte. Stattdessen nutzt die Branche ein freiwilliges System aus den Neunzigerjahren, das aber unter Aufsicht der FCC steht. Die FCC kann also Druck ausüben und Regeln anstoßen, auch wenn sie nicht jede Einstufung selbst festlegt.
Im amerikanischen TV werden derzeit bei jeder Sendung in der linken oberen Ecke die Altersbeschränkungen angezeigt – Eltern können den Fernseher einstellen, dass ihre Kinder keine Sendungen für Ältere sehen können. TV-G (General Audience) bedeutet freigegeben ab 0 Jahren, Sendungen mit TV-14 sind ab 14 empfohlen und Shows mit TV-MA (Mature Audience) sollen erst für ein Publikum ab 17 Jahren geeignet sein. Zusätzlich gibt es Inhaltswarnungen V (Violence, Gewalt), S (Sex), L (Language, vulgäre Sprache) oder D (Suggestive Dialogue, anzügliche Dialoge). Früher hatte das Christian Action Network und andere christlich-evangelikale Organisationen auch den Warnhinweis H gefordert – für Homosexualität. Dies wurde jedoch nie umgesetzt.
GLAAD: Anblick queerer Menschen schadet Kindern nicht
Die LGBTIQ-Organisation GLAAD warnt nun, die Initiative könne queere Inhalte gezielt stigmatisieren. Sie sieht die Gefahr, dass queere Themen als grundsätzlich "problematisch" für Kinder dargestellt werden – und damit eine politische Botschaft transportiert wird. "Eltern sollten auf jeden Fall mitentscheiden können, was ihre Kinder sehen, und Eltern wissen bereits, dass es keinen Schaden anrichtet, wenn man eine queere Person im Fernsehen oder im echten Leben sieht", erklärte GLAAD-Chefin Sarah Kate Ellis. "Was tatsächlich schadet, ist staatliche Übergriffigkeit."
Noch handelt es sich nur um ein Prüfverfahren: Die FCC sammelt öffentliche Stellungnahmen, konkrete neue Regeln gibt es nicht. Dennoch schlagen Aktivist*innen Alarm, weil bereits die Fragestellung ungewöhnlich eng auf trans Inhalte zielt und damit aus ihrer Sicht ein Kulturkampf über Medien geführt wird. GLAAD ruft deshalb dazu auf, sich an der Konsultation zu beteiligen – und die Pläne als Angriff auf Meinungsfreiheit und queere Sichtbarkeit zurückzuweisen.
FCC droht bei negativer Berichterstattung mit Lizenz-Entzug
Unter Trump hat sich die eigentlich neutrale FCC im letzten Jahr zu einer parteipolitischen Behörde verwandelt, die bei Regierungskritik mit Entzug von Sendelizenzen droht. So erklärte FCC-Chef Carr letzten Herbst, dass der Disney-Sender ABC die Lizenz verlieren könnte, nachdem in der dort ausgestraleten Late-Night-Format "Jimmy Kimmel Live" die Regierung kritisiert worden war. Konkret hatte Komiker Jimmy Kimmel der Trump-Regierung vorgeworfen, politisches Kapital aus dem Mord am Rechtsextremisten Charlie Kirk zu ziehen. Laut Carr seien derartige Vorwürfe nicht im öffentlichen Interesse. Der Druck der FCC führte zur vorläufigen Absetzung der Show, inzwischen ist sie aber wieder zu sehen. Zudem gibt es Berichte, dass die FCC inzwischen Beschwerden konservativer Gruppen bevorzugt behandelt.
Carr gilt als enger Verbündeter Trumps und Mitautor des konservativen Projekts "Project 2025", einem detaillierten Plan für einen republikanischen Präsidenten, um die eigene Macht dauerhaft auszubauen und etwa die Rechte von Homosexuellen oder trans Menschen einzuschränken. "Project 2025" sieht etwa vor, jede Berichterstattung über trans Themen als Pornografie einzuordnen und so die Verbreitung einzuschränken. (cw)
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