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Hass im Fußball
Nach homophobem Ausbruch: Sechs Spiele Sperre für Gianluca Prestianni
Fußball-Star Gianluca Prestianni muss nach einem homophoben Ausbruch mehrere Spiele aussetzen. Allerdings drückte die UEFA beide Augen zu – rassistische Beschimpfungen wurden stets härter bestraft.

Gianluca Prestianni ist von der UEFA für seine homophobe Äußerung bestraft worden (Bild: IMAGO / ZUMA Press)
- 24. April 2026, 16:14h 2 Min.
Die Europäischen Fußball-Union (UEFA) hat am Freitag den 20-jährigen argentinischen Nationalspieler Gianluca Prestianni wegen eines homosexuellenfeindlichen Ausbruchs für sechs Spiele gesperrt, davon drei Spiele auf Bewährung über die nächsten zwei Jahre. Das hat die Disziplinar- und Ethik-Kommission des Dachverbandes bekanntgegeben.
Der Vorfall ereignete sich bei einem Play-off-Hinspiel der Champions-League-Spiel von Prestiannis Team Benfica Lissabon gegen Real Madrid im Februar: Der Stürmer der portugiesischen Mannschaft hatte demnach seinen Madrider Gegenspieler Vinícius Junior mit dem spanischen Schimpfwort "maricón" (Schwuchtel) beleidigt.
Das Spiel war damals unterbrochen worden, weil sich der dunkelhäutige Vinícius beim Schiedsrichter beschwert hatte, dass Prestianni habe ihn als "mono" (Affe) bezeichnet habe. Dies wies der Argentinier jedoch zurück. Aufnahmen der Auseinandersetzung zeigten, dass Prestianni gegenüber Vinícius die schwulenfeindliche Beleidigung genutzt hatte, ohne sich in diesem Fall den Mund zu bedecken.
Ein Spiel Sperre hatte Prestianni bereits abgesessen, da er bereits für das Rückspiel gegen Madrid vorläufig gesperrt worden war.
Prestianni verharmloste homophobes Schimpfwort nach Spiel
Prestianni hatte auch nach dem Spiel für Empörung gesorgt, weil er den Vorfall verharmloste. So sagte er: "Für uns Argentinier ist es eine normale Beleidigung, 'cagón' oder 'maricón' zu sagen." ("cagón" bedeutet Angsthase oder Schisser). LGBTI-Aktivist*innen kritisierten, dass es ein Unterschied sei, eine ganze Gruppe wegen deren sexueller Orientierung zu beleidigen oder nur jemanden als feige zu bezeichnen.
Die UEFA zeigte sich übrigens mit dem Urteil sehr nachsichtig gegenüber der queerfeindlichen Äußerung. Schließlich heißt es in Artikel 14 der UEFA-Disziplinarstatuten: "Wer (…) eine Person oder eine Gruppe von Personen in jeglicher Form u.a. wegen ihrer Hautfarbe, Rasse, Religion, ethnischen Abstammung, ihres Geschlechts oder ihrer sexuellen Orientierung in einer gegen die Menschenwürde verstoßenden Weise herabsetzt oder diskriminiert, wird für mindestens zehn Spiele oder auf bestimmte Zeit gesperrt oder anderweitig in angemessener Weise bestraft." Bei rassistischen Beleidigungen hatte die UEFA Sperren von zehn Spielen gegen die Spieler Kostjantyn Machnowskji (2019) und Ondřej Kúdela (2021) verhängt. Eine derartige Sperre bei queerfeindlichen Beleidigungen gab es hingegen nie.
Für Prestianni könnte die Strafe trotz der Milde schwerwiegende Auswirkungen haben, denn die UEFA beantragte bei der FIFA, die Strafe weltweit zu verhängen. Das könnte Auswirkungen auf seine WM-Nominierung haben. (cw)













