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Hetero-Nostalgie
Mike Krüger genervt von Debatten über queere Menschen
Über queere Menschen wurde früher nicht diskutiert, "sondern es wurde einfach gelebt", glaubt Mike Krüger – und zeigt sich genervt über öffentliche Diskussionen. "Leute, irgendwann ist es ja auch mal gut", so der Komiker.

Laut Mike Krüger war es früher besser, als über queere Menschen nicht diskutiert wurde (Bild: IMAGO / Stefan Schmidbauer)
- 29. April 2026, 10:04h 2 Min.
Schauspieler, Sänger und Komiker Mike Krüger ("Der Nippel") hat gegenüber der "Bild"-Zeitung die öffentliche Sichtbarkeit von queeren Menschen kritisiert. Der 74-jährige beklagte, dass früher vieles besser gewesen sei: "Die Beatles haben 'All you need is love' gesungen und allen war völlig wurscht, wer da zusammen auf den Feten gefeiert hat. Über LSBTIQ wurde nicht diskutiert, sondern es wurde einfach gelebt", so Krüger. "Alle werden jetzt sagen – das spricht wieder 'der alte weiße Mann'. Egal! Aber dann kam auch noch das Gendern dazu, und Leute, irgendwann ist es ja auch mal gut."
Zwar wurde während der Karriere von Mike Krüger, der 1975 mit "Mein Gott, Walther" einen Nummer-eins-Hit in Deutschland landete, tatsächlich weniger über queere Menschen diskutiert. Allerdings galt in dieser Zeit noch der Paragraf 175 und es gab kaum offen queere Vorbilder in den Medien – vielmehr versteckten queere Menschen ihre sexuelle Orientierung. Das führte etwa zum "Schwulen-Outing" von Rosa von Praunheim im Dezember 1991, als er in einer RTL-Talkshow über die nicht öffentlich bekannte Homosexualität von Hape Kerkeling und Alfred Biolek sprach (queer.de berichtete). Trans Menschen waren damals praktisch gar nicht Teil der öffentlichen Debatte, außer in Randthemen wie TV-Berichten über Sexarbeit.
Krüger "rechnet mit dem Genderwahn ab"
Krüger hat sich mit seinem kürzlich veröffentlichten Song "Gender-Jünger" auch gegen geschlechtergerechte Sprache positioniert. Er "rechnet mit dem Genderwahn ab", so "Bild". In dem Song erklärt der Barde, dass "Gender-Jünger" eine "Sekte" seien. "Sprecht einfach weiter so wie immer, dann bleibt uns viel erspart". In dem Song kritisiert er nicht nur das Gendersternchen, sondern beispielsweise auch den Warnhinweis für Arzneimittelwerbung, der seit 2023 geschlechtergerecht formuliert ist ("Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder in Ihrer Apotheke"). Im Song heißt es: "Und auf uns'ren Tablettenschachteln steht, wenn ich euch recht versteh': 'Fragen Sie Ärztin oder Arzt und Apothekende'."
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Der Song wurde am Dienstagabend erstmals in der RTL+-Sendung "Die Stefan Raab Show" aufgeführt.
Bereits zuvor hatte sich auch der 90-jährige Kabarettist Dieter Hallervorden gegen geschlechtergerechte Sprache positioniert. Er bezeichnete Gendern vor rund fünf Jahren als Vergewaltigung der Sprache (queer.de berichtete). Auch Hallervorden veröffentlichte einen Song dagegen – mit Textstellen wie: "Muss ich den Zapfhahn jetzt Zapfhuhn nennen?" (queer.de berichtete). (dk)














