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"Kein Verständnis" für Kulturkampf
Karin Prien geht jetzt auch auf die Queerbeauftragte los
Die Familienministerin lässt in der Presse die in ihrem Haus angesiedelte Queerbeauftragte als Kulturkämpferin diffamieren, die sich künftig zurückhalten solle.

Bundesfamilienministerin Karin Prien (li.) attackiert die Queerbeauftragte Sophie Koch (Bild: Deutscher Bundestag / Inga Haar, Markus Kowalski)
- 29. April 2026, 13:43h 2 Min.
Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) hatte erst am Dienstagabend erklärt, sie sei "allergisch gegen Identitätspolitik" (queer.de berichtete). Am Mittwoch ließ sie in der "Bild"-Zeitung praktisch konkretisieren, gegen wen sich ihre Allergie unter anderem richtet – gegen die in ihrem Haus angesiedelte Queerbeauftragte Sophie Koch (SPD).
Zwar nehme die Ministerin "zu Äußerungen einer unabhängigen Beauftragten grundsätzlich nicht Stellung", so eine Sprecherin auf eine Anfrage der Zeitung. Doch bei einem inzwischen vier Wochen alten Instagram-Beitrag Kochs zum Internationalen Tag der Trans*Sichtbarkeit am 31. März sei das anders – dafür habe sie "kein Verständnis".
Der Hintergrund: Ende März hatte die Queerbeauftragte anlässlich des Gedenktages Transfeindlichkeit kritisiert und dabei auf Instagram auch ein Bild veröffentlicht, das die britische Autorin J.K. Rowling, die deutsche Feministin Alice Schwarzer und den US-Präsidenten Donald Trump zeigt. Alle drei verbindet die Abneigung gegenüber trans Menschen.
So macht Rowling seit Jahren Stimmung gegen trans Menschen und forderte etwa zum Boykott einer Kaufhaus-Kette auf, die trans Menschen beschäftigt (queer.de berichtete). Schwarzer und ihr Magazin "Emma" machen seit Jahren Stimmung gegen die angebliche Trans-"Welle" und gegen die Selbstbestimmung von geschlechtlichen Minderheiten (queer.de berichtete). Und Donald Trump schloss trans Menschen etwa aus dem Militär aus und erklärt sie zu einer Gefahr für die Bevölkerung (queer.de berichtete). Koch erklärte in ihrem Posting: "Als überzeugte Feministin ärgert mich besonders, wie manche in dieser Debatte völlig falsch abgebogen sind."
Prien hat "kein Verständnis" für Instagram-Post der Queerbeauftragten
Priens Sprecherin erklärte weiter, ihre Chefin schätze zwar "den Einsatz von Sophie Koch für LSBTIQ-Personen", aber ebenso schätze sie "Alice Schwarzer, die sich bereits seit Jahrzehnten für Gleichstellung einsetzt". Die Sprecherin stellte klar: "Kein Verständnis hat Bundesministerin Prien dagegen dafür, den Kulturkampf in Darstellung und Bild anzuheizen. Vielmehr lädt sie zum sachlichen Austausch ein und bittet darum, auf Schärfe und Polemik zu verzichten."
Ein Sprecher der Queerbeauftragten betonte, dass sie die Kritik an Rowling und Schwarzer aufrecht erhalte: "Frau Koch bedauert es sehr, dass manche Frauen sich auf dieses Gegeneinanderausspielen einlassen, anstatt Menschen einfach ihr selbstbestimmtes Leben leben zu lassen", teilte er gegenüber "Bild" mit.
Prien hatte in den letzten Wochen immer wieder für Kritik in der queeren Community gesorgt: So wird ihr vorgeworfen, den Aktionsplan gegen Queerfeindlichkeit aushebeln zu wollen (queer.de berichtete). Zudem ließ ihr Ministerium erst diesen Monat das Queer-Referat umbenennen und strich den Begriff "Queerpolitik" aus dem Titel (queer.de berichtete). (dk)














