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Säuberungen bei den Medien
Trump-Behörde droht "woken" TV-Sendern mit Lizenzentzug
Kaum etwas erzürnt US-Präsident Donald Trump mehr als der Fernsehsender ABC. Nun geht die ihm unterstellte Medienbehörde gegen den Kanal vor.

Der Sender ABC berichtet stets ausführlich über die CSD-Saison in den USA (Bild: ABC News)
- 29. April 2026, 15:15h 3 Min.
Die US-Regierung verstärkt den Druck auf den Fernsehsender ABC, bei dem der Trump-kritische Late-Night-Moderator Jimmy Kimmel auf Sendung geht. Die staatliche Telekommunikations-Aufsicht FCC zwingt mehrere ABC-Lokalsender unter anderem in New York und San Francisco zu einer vorfristigen Erneuerung ihrer Lizenzen. Sie verwies dabei auf bereits seit einem Jahr laufende Ermittlungen wegen angeblicher Diskriminierung bei den zum Unterhaltungsriesen Disney gehörenden Sendern.
Die Ermittlungen gehen auf die Position der Regierung von Präsident Donald Trump zurück, Diversitäts-Programme und Antidiskriminierungs-Initiativen für benachteiligte Personengruppen als Diskriminierung anderer zu betrachten (queer.de berichtete). Die FCC erzwang bereits bei mehreren Telekommunikations-Firmen die Aufgabe von als "woke" kritisierten Initiativen für Diversität, Gleichberechtigung und Inklusion, die in den USA unter der Abkürzung DEI (Diversity, Equity and Inclusion) bekannt sind. Auch gegen ABC-Sender liefen seit März 2025 Ermittlungen wegen Diversitäts-Programmen – die nun eskaliert werden.
Konflikt um Kimmel
In den USA dürfte der Zeitpunkt der FCC-Forderung zur vorfristigen Lizenzerneuerung jedoch als Teil des wieder aufgeflammten Konflikts um Late-Night-Moderator Kimmel gesehen werden. Der US-Präsident und auch seine Ehefrau Melania Trump hatten ABC und Disney am Montag aufgefordert, Kimmel vom Sender zu nehmen.
Auslöser war ein Scherz Kimmels am vergangenen Donnerstag, in dem er Melania Trump "das Leuchten einer werdenden Witwe" bescheinigte. Laut Kimmel spielte er damit auf den hohen Altersunterschied des Präsidentenpaares an. Trump bezeichnete den Scherz jedoch nach dem Angriffsversuch auf die Gala der Hauptstadtjournalist*innen mit ihm am Samstag als Gewaltaufruf.
Sendepause im letzten September
ABC hatte den Moderator, der Trump nahezu täglich kritisiert, im September 2025 nach einer Äußerung über den getöteten rechtsextremen Aktivisten Charlie Kirk für mehrere Tage vom Sender genommen. Kimmel hatte damals gesagt, Mitglieder von Trumps MAGA-Bewegung (Make America Great Again) versuchten so zu tun, als gehöre der mutmaßliche Attentäter nicht zu ihnen. Kimmel entschuldigte sich später für die ungenaue Beschreibung der politischen Ansichten des Verdächtigen, verteidigte seine Witze aber grundsätzlich als von der in der US-Verfassung garantierten Redefreiheit gedeckt. Nach der vorläufigen Absetzung fragten sich viele, ob die Unabhängigkeit der Medien in den USA noch gewährleistet ist.
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Konzern gibt sich kämpferisch
Disney zeigte sich in einer Reaktion unter anderem beim Sender CNBC überzeugt, dass man sich an alle Regeln halte und sich für neue Lizenzen qualifizieren werde – notfalls auch über "juristische Kanäle". Die Lizenzen hätten eigentlich erst 2028 und 2031 erneuert werden müssen. Jetzt gab die FCC den ABC-Sendern 30 Tage Zeit.
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Die FCC hatte erst kürzlich angekündigt, Sendungen mit "Geschlechtsidentitätsthemen" künftig mit einem Warnhinweis für junge Menschen versehen zu wollen (queer.de berichtete). Damit soll offenbar erreicht werden, dass die Sichtbarkeit von trans Menschen im Fernsehen eingeschränkt wird.
Die Trump-Regierung hat die Medienlandschaft in den USA bereits nachhaltig verändert. So hatte der Präsident etwa auch die Absetzung von Late-Night-Talker Stephen Colbert auf CBS gefordert, der Trump ebenfalls häufig kritisiert. Schließlich setzte Paramount die Sendung zum Mai diesen Jahres ab – angeblich aus finanziellen Gründen. Diese Erklärung wurde jedoch angezweifelt, da Colberts Show seit Jahren die höchsten Einschaltquoten in diesem Segment erzielt. Als Grund wurde vielmehr vermutet, dass Paramount für eine Firmenfusion die Zustimmung der Trump-Regierung brauchte und diese offenbar mit der Absetzung erreichen wollte. (dpa/cw)
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