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Recherchen des Vereins Zebra
Zahl rechter Angriffe in Schleswig-Holstein weiter hoch
- 30. April 2026, 13:59h 2 Min.
Nach Recherchen des Vereins Zebra sind in Schleswig-Holstein im vergangenen Jahr 238 Menschen Opfer rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalttaten geworden. Die Zahl registrierter Angriffe bewege sich mit 156 im Vergleich zu 2024 auf einem konstant Niveau, wie Berater Felix Fischer bei der Vorstellung des Monitorings des Vereins Zebra – Zentrum für Betroffene rechter Angriffe sagte. "Der Anteil der betroffenen Kinder und Jugendlichen ist mit rund 20 Prozent weiterhin besorgniserregend hoch." 2024 waren insgesamt 263 Menschen betroffen gewesen bei 164 Fällen.
Seit 2017 erfasst Zebra Angriffe in einem landesweiten Monitoring. Die Zahlen stellten laut Projektleiter Joshua Vogel nur die Spitze des Eisbergs dar. "Immer wieder schrecken Betroffene davor zurück, Angriffe auch zur Anzeige zu bringen." Die Statistik erfasst Körperverletzungen, Tötungsdelikte, Brandstiftungen, massive sowie wiederholte Sachbeschädigungen, aber auch Bedrohungen, wenn sie den Straftatbestand erfüllen oder massive Folgen für die Betroffenen haben. Die meisten dokumentierten Angriffe waren 2025 erneut rassistisch motiviert.
Mehr Angriffe auf queere Menschen
Einen weiteren Anstieg gab es bei den Angriffen auf queere Menschen (von acht auf zehn Fälle). Taten richteten sich auch an die Szene. "Ihnen wird signalisiert, dass es sie jederzeit treffen kann, und aus der Beratungspraxis wissen wir, diese Botschaften kommen bei den Betroffenen an", erklärte Vogel.
Mit Sorge betrachtet der Verein gesellschaftliche Veränderungen auch in Schleswig-Holstein. Vogel verwies exemplarisch auf einen Fund von Waffen und Chemikalien bei einem Jugendlichen auf Fehmarn im vergangenen Jahr. Dieser Fall ist allerdings nicht Teil der Statistik.
"Wir sehen hier aber eine Entwicklung von sich eben zunehmend radikalisierenden jungen Menschen, die in anderen Bundesländern bereits zu schweren Gewalttaten geschritten sind", sagte Vogel. Es gebe eine hohe Affinität junger Menschen, sich an CSD-Demos abzuarbeiten. "Aus unserer Sicht ist das eines der vielen Warnsignale, das eben nicht ausschließlich mit einer Verstärkung von Polizeiarbeit beantwortet werden sollte." Geboten seien Programme zur Deradikalisierung und Demokratieerziehung. (dpa/cw)















