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"Der Teufel trägt Prada 2": Das lange Warten hat sich wirklich gelohnt!
Für viele schwule Männer ist "The Devil Wears Prada" (2006) schlicht Kult. Exakt 20 Jahre später läuft nun eine Fortsetzung in den Kinos – mit sämtlichen Stars des Originalfilms. Und sie ist sogar noch etwas queerer geworden.

Meryl Streep als Miranda Priestly und Stanley Tucci als Nigel Kipling in "Der Teufel trägt Prada 2" (Bild: Macall Polay / 20th Century Studios)
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2. Mai 2026, 08:22h 5 Min.
Vielleicht sollten wir erst mal klären, weshalb die 20 Jahre alte Dramödie aus der Mode- und Medienbranche in der queeren Community einen derartigen Kultstatus genießt. Es wird darin nämlich keine queere Geschichte erzählt, und es gibt gerade mal eine Figur, bei der ganz diskret angedeutet wird, dass sie wohl schwul ist: Nigel (Stanley Tucci), die rechte Hand der mächtigen, launenhaften und hochverehrten "Runway"-Chefredaktorin Miranda Priestly (Meryl Streep) – besagte Teufelin aus dem Filmtitel, als deren Vorbild Anna Wintour diente, "Vogue"-Chefin von 1988 bis 2025.
Der Kultstatus des Films hat denn auch viel mit Streep und ihrer Rolle zu tun. Die inzwischen 76-jährige Star-Schauspielerin ist eine sehr öffentliche Unterstützerin der queeren Community und gehört längst in die Reihe starker Frauen, die als "gay icons" verehrt werden, darunter etwa Judy Garland, Elizabeth Taylor, Liza Minelli oder Madonna, um nur ein paar zu nennen. Zudem ist sie als Miranda Priestly in einer von zahllosen schwulen Männern geprägten Branche aktiv – und verkörpert die arrogant-selbstbewusste Chefredakteurin brillant und mit kühlem Understatement.
Satire und Verehrung gleichzeitig

Poster zum Film: "Der Teufel trägt Prada 2" läuft seit 30. April 2026 bundesweit im Kino
Hinzu kommen zahllose legendäre Priestly-Bonmots, die in queeren Kreisen gerne zitiert werden: Von "That's all" über "Florals? For Spring? Groundbreaking" bis "Please bore someone else with your questions". Und dann ist da natürlich die Geschichte selbst, also wie aus dem schüchternen, mode-uninteressierten hässlichen Entchen Andrea Sachs (Anne Hathaway), die quasi aus Versehen den Job als Priestlys Assistentin landet, mit der Zeit ein selbstbewusster, strahlender Schwan wird – eine Art hoffnungsvolle Coming-out-Geschichte, wenn man so will.
Dabei wird die gerne als oberflächlich verdammte Modebranche durchaus satirisch karikiert – etwa, wenn Priestlys mode-besessene Haupt-Assistentin Emily (Emily Blunt) praktisch nichts isst, um ja dünn zu bleiben -, aber gleichzeitig auch gefeiert. Kurz und gut: "The Devil Wears Prada" eroberte 2006 nicht nur die schwule Community im Sturm, und es gab schon lange die Hoffnung, dass es vielleicht irgendwann mal eine Fortsetzung geben könnte. 20 Jahre später ist sie nun da – und sämtliche Stars des Originalfilms sind wieder dabei, unterstützt von ein paar weiteren großen Namen wie Kenneth Branagh, Lucy Liu und Lady Gaga.
Entlassungen, Social Media und andere Katastrophen
Auch im Film sind 20 Jahre vergangen, und die Medienbranche steckt in einer tiefen Krise. Das bekommt nicht nur die preisgekrönte Journalistin Andrea Sachs zu spüren, die zu Beginn gleich mal mitsamt all ihren Kolleg*innen gefeuert wird, sondern auch Chefredakteurin Miranda Priestly und ihre treue rechte Hand Nigel. Zwar geben sie noch immer ihr Magazin "Runway" heraus, aber es ist ein Schatten seines früheren, mächtigen Selbsts, denn heute zählen nur noch Klicks und Engagement auf Social Media.
Erschwerend kommt hinzu, dass "Runway" gerade wegen eines Skandals in Schwierigkeiten steckt, was wiederum Priestlys Beförderung zur obersten Chefredakteurin des gesamten Verlagshauses zu gefährden droht. Woraufhin der Verlagsleiter beschließt, die ja gerade arbeitslos gewordene Andrea anzuheuern, damit diese mit ihrem seriösen Image ein paar gute Storys schreibt, um die Reputation des Magazins wieder aufzupolieren. Andrea zögert zuerst, nimmt das Angebot jedoch schließlich an – nur um feststellen zu müssen, dass Priestly von dem Personalentscheid keine Ahnung hatte und darüber nur mäßig begeistert ist. Sie scheint sich nicht mal daran zu erinnern, dass Andrea schon mal für sie gearbeitet hat.
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Economy nach Mailand
Nigel hingegen unterstützt Andrea auch diesmal wieder, derweil Emily es kaum fassen kann, dass diese wieder zurück in der Modewelt ist. Priestlys frühere Haupt-Assistentin hat "Runway" längst verlassen und leitet inzwischen die US-Zweigstelle von Dior, ein enorm wichtiger Werbekunde für "Runway". Was zu einer amüsanten Umkehrung der Machtverhältnisse führt: Vor 20 Jahren musste die stets überarbeitete Emily sich jede Laune ihrer schwierigen Chefin gefallen lassen, nun jedoch ist die Chefredakteurin auf Emilys Goodwill angewiesen, was diese genüsslich auskostet.
Priestly ist zwar immer noch der Boss, aber ihre Macht ist nicht mehr uneingeschränkt; sie muss sich einiges gefallen lassen – verliert im Laufe des Films ihren luxuriösen Wagen mit Chauffeur und muss gar Economy nach Mailand fliegen. Zudem zügelt ihre aktuelle Assistentin Amari (Simone Ashley) sie immer wieder, wenn allzu verletzende Worte sie in Schwierigkeiten mit der HR-Abteilung bringen könnten. Schließlich droht ihr neben harter Sparrunden für ihr Magazin sogar der eigene Jobverlust.
Ethnisch diverser und ein bisschen queerer
Der dreifachen Oscar-Preisträgerin Meryl Streep gelingt es dabei mühelos, die richtige Balance zwischen Machtbewusstsein und Verletzlichkeit zu finden. Auch der übrige Cast ist in Hochform und spielt überzeugend, wie sich die vertrauten Figuren in 20 Jahren verändert haben – oder eben auch nicht.
"The Devil Wears Prada 2" setzt sich dabei nicht nur mit dem enormen Wandel in der Medien- und Modebranche auseinander, der Film ist auffällig deutlich ethnisch diverser besetzt als sein Vorgänger. Und auch ein bisschen queerer, gibt es doch einige weitere Nebenfiguren, die ziemlich offensichtlich schwul sind, auch wenn das ansonsten kein Thema ist.
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Streeps Ode an die Gays
Im Vorfeld des Filmstarts sprach Meryl Streep unter anderem mit dem "Out"-Magazin und hob die Rolle queerer Menschen in der Modewelt hervor: "Gäbe es Mode ohne schwule Männer? Verzeihen Sie mir, gäbe es überhaupt irgendetwas?", sagte sie und erklärte, sie habe die queere Community bei den Dreharbeiten zum zweiten Teil stets im Hinterkopf gehabt.
Fortsetzungen beliebter Filme sind immer ein Risiko: Wenn sie misslingen, zieht das auch das Original irgendwie ein bisschen runter. Bei "The Devil Wears Prada 2" hat sich das Risiko gelohnt – wer den ersten Film gemocht hat, dürfte auch beim neuen seinen Spaß haben. Und es geistern sogar erste Gerüchte um einen dritten Teil durch die Online-Welt. Die Hauptdarsteller*innen wären jedenfalls nicht abgeneigt. Altersbedingt müsste es diesmal allerdings etwas schneller gehen.
Der Teufel trägt Prada 2. Originaltitel:The Devil Wears Prada 2. Komödie. USA 2026. Regie: David Frankel. Cast: Meryl Streep, Anne Hathaway, Emily Blunt, Stanley Tucci, Kenneth Branagh, Simone Ashley, Justin Theroux, Lucy Liu. Laufzeit: 119 Minuten. Sprache: deutsche Synchronfassung. FSK 0. Verleih: 20th Century Studios. Kinostart: 30. April 2026
Links zum Thema:
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