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Sachsen-Anhalt
"Vielfalt ohne Alternative": CSD Dessau fast ohne Zwischenfälle
Am Samstag kamen in Dessau-Roßlau rund 700 Menschen zur sechsten Christopher-Street-Day-Demonstration. Am Rande zeigte ein mutmaßlich Rechtsextremer einen Hitlergruß. Die Polizei sprach ein Platzverweis aus und zeigte ihn an.

CSD Dessau-Roßlau 2026: Die rund 5,5 Kilometer lange Strecke führte vom Markt über die Askanische Straße und Willy-Lohmann-Straße bis zum Theater (Bild: Ferdinand Uhl)
- Von Jonas Venediger
3. Mai 2026, 10:55h 2 Min.
Am Samstag versammelten sich unter dem Motto "Vielfalt ohne Alternative" rund 700 Personen in Dessau-Roßlau zum sechsten Christopher Street Day (CSD). Die Demonstration wurde mit einem bunten Straßenfest auf dem Marktplatz von Dessau eröffnet. Ein Podium mit Politiker*innen der Parteien Die Linke, Bündnis 90/Die Grünen, SPD, Volt und FDP diskutierte dort unter anderem darüber, wie man queere Menschen auf CSDs, aber gerade auch bei der An- und Abreise, besser schützen kann. Auch vor dem Hintergrund, dass im vergangenen Jahr CSD-Teilnehmer*innen von drei Fußballspielern des Fußballvereins SG Abus Dessau belästigt und angegriffen wurden (queer.de berichtete).
Der Schutz von queeren Demonstrationen vor rechtsextremen Störaktionen und Übergriffen ist ein wichtiger Bestandteil der Organisations- und Polizeiarbeit. Gerade auch in Ostdeutschland. Laut dem Sicherheitsreport der Amadeu Antonio Stiftung zu rechtsextremen Angriffen auf CSDs im Jahr 2025 wurden bei insgesamt 245 angemeldeten und durchgeführten Christopher Street Days mindestens 110 gestört oder angegriffen. Bei mindestens 53 der angegriffenen CSDs sind die Angriffe und Störungen auf rechtsextreme, organisierte Strukturen wie Parteien und rechtsextreme Jugendgruppierungen zurückzuführen. Dabei gab es in 43 der 53 Fälle Gegendemonstrationen aus dem rechtsextremen Spektrum.
Der CSD verlief weitgehend störungsfrei

Die Stimmung war mehr als ausgelassen (Bild: Ferdinand Uhl)
Während der Demonstration in Dessau am vergangenen Samstag hat es laut der zuständigen Polizeidienststelle keine Angriffe oder Störungen gegeben. Am Rande des CSDs zeigte aber ein mutmaßlich Rechtsextremer einen Hitlergruß. Eine entsprechende Anzeige wegen des Zeigens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen wurde durch die Polizei gefertigt. Außerdem wurde gegen den Mann ein Platzverweis ausgesprochen.
Eine politische Versammlung
Der Demonstrationszug setzte sich kurz nach 13 Uhr in Bewegung und konnte sich des guten Wetters erfreuen. Bei klarem Himmel, Sonnenschein und 25 Grad Wärme war die Stimmung der Teilnehmer*innen mehr als ausgelassen. Es wurde getanzt und gesungen, während die 5,5 Kilometer lange Demonstrationsstrecke zurückgelegt wurde.

Viele Teilnehmer*innen hatten Fahne, Schilder und Transparente dabei (Bild: Ferdinand Uhl)
Immer wieder lockerten kleine Redebeiträge die Musik und die feierliche Stimmung auf, um klarzumachen, dass es sich um eine politische Versammlung handelt, auch mit Blick auf die im September stattfindende Landtagswahl in Sachsen-Anhalt.
Nachdem der Demonstrationszug den Marktplatz wieder erreicht hat, schloss sich noch ein bis 22 Uhr andauerndes Straßenfest an, bei dem Redebeiträge gehalten wurden und auch Musiker*innen und DJs auftraten. "Die Veranstaltung blieb weitgehend störungsfrei und war friedlich", erklärte Marcus Benedix, Leiter des Polizeireviers Dessau-Roßlau.
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