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Katholische Kirche

Vatikan stellt klar: Segnungen von Homo-Paaren soll weitgehend verboten bleiben

Der vatikanische Glaubensbehörde veröffentlicht einen Brief an deutsche Bischöfe, in dem sie an dem weitgehenden Segnungsverbot von Paaren aufgrund deren sexueller Orientierung festhalten.


Diese Fahne hing vor einer katholischen Kirche in Regensburg – jetzt stellt der Vatikan aber klar, dass Liebe doch Sünde sein kann, wenn man die falsche sexuelle Orientierung hat (Bild: Archiv)

  • 5. Mai 2026, 14:36h 2 Min.

Der Vatikan hat seine ablehnende Haltung zu offiziellen Segensfeiern für gleichgeschlechtliche Paare gegenüber reninten deutschen Bischöfen bekräftigt. Das geht aus einem Brief der vatikanischen Glaubensbehörde aus dem November 2024 hervor. Die Behörde, die früher den Namen Inquisition trug, hatte den Brief am Montag selbst veröffentlicht (PDF).

In dem Schreiben erklärt Kurienkardinal Víctor Fernández, warum Rom die Pläne deutscher Bischöfe zurückweist, Segnungen für die nicht als gleichwertig empfundenen Paare in einem liturgischen, also kirchlich geregelten Rahmen zu ermöglichen. Zwar hatte der Vatikan mit dem Grundsatzpapier "Fiducia Supplicans" Ende 2023 erstmals Spielräume geöffnet: Seelsorger dürfen demnach gleichgeschlechtliche Paare segnen (queer.de berichtete). Diese Segnungen sollen jedoch ausdrücklich informell, spontan und außerhalb offizieller Gottesdienste stattfinden – also so, dass die meisten Gläubigen nichts davon mitbekommen.

Vatikan verurteilt "Segen gibt der Liebe Kraft"

Eine klare Grenze zieht Rom dort, wo Segnungen den Charakter einer Partnerschaft annehmen könnten, die der heterosexuellen Ehe ähnelt. Genau solche formalisierten Segnungen streben Teile der katholischen Kirche in Deutschland an – etwa im Rahmen der Handreichung "Segen gibt der Liebe Kraft", die ausdrücklich auch homosexuelle Paare einschließt (queer.de berichtete). Dabei handelt es sich aber trotz der Vatikan-Wut nicht um eine gleichwertige Behandlung von Homosexuellen, sondern ausdrücklich um eine "Segnung zweiter Klasse", wie etwa OutInChurch betonte (queer.de berichtete).

Die Reaktionen aus Deutschland zeigen, wie tief die Kirche in dieser Frage gespalten ist: Einige Bischöfe wollen trotz der vatikanischen Ablehnung an Segensfeiern festhalten. Bereits jetzt existiert ein "Flickenteppich" aus Praxisformen – von offizieller Einführung über stillschweigende Duldung bis hin zu klaren Verboten (queer.de berichtete).

Für queere Katholik*innen bedeutet das weiterhin Unsicherheit: Während individuelle Segnungen möglich sind, bleibt eine institutionelle Anerkennung ihrer Beziehungen durch die Kirche ausgeschlossen. Mit der Segnung von Mördern, Haustieren oder gar Autos hat der Vatikan hingegen keinerlei Probleme.

Bereits vor rund zwei Wochen hatte Papst Leo XIV. die Segnung Homosexueller in Deutschland auf Nachfrage kritisiert (queer.de berichtete). Man sei mit der Segnung von gleichgeschlechtlichen Paaren "nicht einverstanden", betonte der Pontifex. (cw)

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