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Mit 86,5 Prozent

Jens Spahn als Unions-Fraktionschef wiedergewählt

Mit einem respektablen Ergebnis wählten CDU- und CSU-Abgeordnete Jens Spahn erneut zu ihrem Chef. Sein Ansehen in der Bevölkerung erreicht dagegen ein neues Tief.


Jens Spahn führt die Unionsfraktion voraussichtlich bis 2029 (Bild: Deutscher Bundestag / Simone M. Neumann)

  • 6. Mai 2026, 08:56h 2 Min.

Der CDU-Politiker Jens Spahn ist am Dienstagnachmittag als Vorsitzender der Unionsfraktion im Bundestag wiedergewählt worden. Er erhielt 86,5 Prozent der Stimmen und bleibt damit bis zum Ende der laufenden Legislaturperiode im Amt.

Das Ergebnis liegt etwas unter seinem Erstwahlergebnis von 2025, als er mit 91,3 Prozent gewählt wurde (queer.de berichtete). Er hatte damals Geschichte geschrieben, weil er als erster offen schwuler Abgeordneter zum Unionsfraktionschef gewählt worden war.

Das schwächere Ergebnis gilt weiterhin als klare Bestätigung. Vor der Wahl hatte es aus seinem Umfeld geheißen, alles über 80 Prozent sei in Ordnung. Mancher hatte aber damit gerechnet, dass er sogar wieder über 90 kommen könnte. Schließlich steht die entscheidende Reformphase an und da will man den Anführer ja auch nicht angeschlagen in den Ring mit der SPD schicken.

Das Ergebnis spiegele den Zwiespalt in der Fraktion wider, sagt ein Abgeordneter laut dpa nach der Wahl. Es gebe einerseits großen Verdruss, man wolle den Laden aber auch nicht "zerschießen". Die Wahl findet bei der Union bereits ein Jahr nach Amtsantritt statt und gilt dann für die restliche Legislaturperiode.

Vor der Fraktionssitzung mahnte Spahn Union und SPD zum Zusammenhalt. Man habe sich in den letzten Monaten zu sehr in "Spiralen der Selbstvergewisserung und der Rechtfertigung" verfangen. "Da müssen und wollen wir raus, wieder zu gemeinsamer Arbeit in dieser Koalition", sagte er. "Wir sind dazu verpflichtet, in der politischen Mitte, in dieser Koalition, die Probleme zu lösen."

Spahn laut INSA-Umfrage unbeliebtester Politiker Deutschlands

Um sein öffentliches Image muss sich Spahn aber Sorgen machen: So liegt er laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts INSA der unbeliebteste unter 20 Spitzenpolitiker*innen – und löst damit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) ab, der auf Platz 19 hochsprang (Bezahlartikel). Zu Beginn der Corona-Krise im Jahr 2020 war Spahn, damals Bundesgesundheitsminister, noch der beliebteste Politiker Deutschlands (queer.de berichtete).

Die beliebtesten Politiker*innen sind laut der Umfrage Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD), gefolgt vom designierten baden-württembergischen Ministerpräsidenten Cem Özdemir (Grüne) und NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU). (cw/dpa)

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