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Neues Angebot in den USA

Christlicher Mobilfunkanbieter blockiert alle queeren Inhalte

Radiant Mobile wirbt in den USA dafür, dass Christinnen und Christen in ihrem Dienst nur auf heterosexuelle Inhalte stoßen – und zwar im Netz des deutschen Anbieters T-Mobile.


Ein christlich geprägter Mobilfunkdienst müsse "frei von LGBT" sein, so der Gründer (Bild: Radiant Mobile)

  • 7. Mai 2026, 12:58h 2 Min.

Ein neues Mobilfunkangebot soll in den USA dafür sorgen, dass christliche Handynutzer*innen nicht mit Schwulen, Lesben oder trans Personen in Kontakt kommen: Der Anbieter Radiant Mobile wirbt damit, dass sein "christlich geprägter" Service gezielt queere Inhalte auf den Geräten seiner Kund*innen blockiert. Das Flatrate-Angebot kostet monatlich 29,99 Dollar (25,50 Euro), ein in den USA marktüblicher Preis.

"Wir werden – und wir glauben, dass wir jedes Recht dazu haben – eine Umgebung schaffen, die Jesus-zentriert ist, die frei von Pornografie ist, frei von LGBT, frei von Trans", erklärte Radiant-Mobile-Gründer Paul Fisher gegenüber der "MIT Technology Review". Er habe sich an christliche Influencer*innen und Tausende Kirchen im ganzen Land gewandt, um für den Tarif zu werben. Dabei bietet er an, dass sein Unternehmen einen Teil der monatlichen Abogebühr an die jeweilige Gemeinde spendet. Langfristig plant Fisher, das Angebot auch über die USA hinaus in Ländern mit großen christlichen Bevölkerungen zu vermarkten. Als Beispiele nannte er Südkorea und Mexiko.

Radiant Mobile nutzt Infrastruktur von T-Mobile

Der Dienst nutzt in den USA derzeit die Infrastruktur des deutschen Mobilfunkanbieters T-Mobile, filtert jedoch Inhalte auf Systemebene. Die Telekom-Tochter teilte "MIT Technology Review" mit, dass T-Mobile keine eigenen Geschäftsbeziehungen zu Radiant Mobile unterhalte. Dafür sei ein anderes Unternehmen zuständig, das Netzkapazitäten von Netzbetreibern ankaufe. T-Mobile wollte sich nicht zu den Filtermaßnahmen äußern.

Die Website von Radiant Mobile erklärt, man wolle sich vor allem an christliche Familien wenden, die ihre Kinder vor "unchristlichen" Inhalten schützen. Im Kinder-Setting werden nicht nur queere Inhalte blockiert, sondern es könnte der Zugang zu ganzen Social-Media-Plattformen wie TikTok verhindert werden. Außerdem könnten Kinder die Blockaden nicht mehr durch Hilfsmittel wie Virtual Private Networks (VPN) umgehen.

Kritik kommt von Forschenden und queeren Organisationen: Sie verweisen darauf, dass der Zugang zu queeren Informationen und Online-Communitys für viele queere Jugendliche essenziell sei – etwa für mentale Gesundheit, soziale Unterstützung und das Gefühl, nicht allein zu sein. Viele Befürworter*innen des neuen Dienstes behaupten hingegen, dass Kinder erst durch Sichtbarkeit queerer Menschen dazu "verführt" werden würden, selbst queer zu werden – für diese These gibt es allerdings keinerlei wissenschaftliche Belege. (cw)

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