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Neue Anti-Terror-Strategie

Trump will gegen "pro-transgender" Terrorismus vorgehen

Donald Trump erweitert, was unter dem Wort Terrorismus zu verstehen ist: Laut der neuen amerikanischen Anti-Terror-Strategie stehen nun "Linke" und die "Transgender-Ideologie" im Visier.


Donald Trump – hier bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus – geht immer schärfer gegen geschlechtliche Minderheiten vor (Bild: IMAGO / UPI Photo)
  • 7. Mai 2026, 15:57h 3 Min.

Die Trump-Regierung erweitert in ihrer am Mittwoch vorgestellten neuen Anti-Terror-Strategie, wer alles als Terrorist oder Terroristin zu behandeln ist. Demnach müssten nicht nur ausländische Drogenkartelle und radikale Linke im Inland bekämpft werden, sondern auch die gesamte "Transgender-Ideologie".

Wörtlich heißt es in dem Papier: "Zusätzlich zu Kartellen und islamistischen Terrorgruppen werden unsere nationalen Maßnahmen zur Terrorismusbekämpfung auch die schnelle Identifizierung und Neutralisierung gewalttätiger säkularer politischer Gruppen priorisieren, deren Ideologie antiamerikanisch, radikal pro-transgender und anarchistisch ist."

Zur Begründung der angeblichen Gefahr durch trans Menschen nennt der Bericht einen konkreten Mordfall: "Während reale Bedrohungen ignoriert oder heruntergespielt wurden, haben Amerikaner politisch motivierte Tötungen von Christen und Konservativen durch gewalttätige linksextreme Extremisten erlebt, darunter die Ermordung von Charlie Kirk durch einen Radikalen, der extreme Transgender-Ideologien vertrat."

Trans-Zusammenhang bei Kirk-Mord fragwürdig

Charlie Kirk war ein rechtsextremer Aktivist, der im September 2025 bei einer Rede an einer Universität im Bundesstaat Utah erschossen worden war (queer.de berichtete). Mutmaßlicher Täter ist der 22-jährige Tyler Robinson, der oft von Republikanern als "Trans-Aktivist" bezeichnet wird, weil er zum Zeitpunkt der Tat mit einer trans Frau zusammen gewesen sein soll (queer.de berichtete). Die Frau arbeitete laut Medienberichten bei den Ermittlungen mit den Behörden zusammen und war von der Tat schockiert. Kritiker*innen werfen der Trump-Regierung vor, die Beziehung des Verdächtigen unmittelbar nach dem Angriff für Stimmungsmache gegen die queere Community und die "radikale Linke" zu nutzen, obwohl sonst praktisch nichts über die politischen Ansichten des Verdächtigen, der aus einem christlich-konservativen Haushalt kommt, bekannt ist.

Auch Trumps Anti-Terror-Direktor Sebastian Gorka nahm am Mittwoch vor Journalist*innen Bezug auf die Ermordung von Charlie Kirk. "Wir sehen eine Bedrohung, wir werden darauf reagieren, und wir werden sie zerschlagen – egal ob es sich um Kartelle, Dschihadisten oder gewalttätige linksextreme Gruppen wie die Antifa oder die sogenannten Transgender-Täter, die nichtbinären, linksradikalen Personen handelt, die meinen Freund Charlie Kirk getötet haben. Wir werden sie frontal angehen", so Gorka. Unklar ist, welche weiteren "Transgender-Täter" an dem Mord beteiligt gewesen sein sollen – derzeit wird nur gegen Tyler Robinson ermittelt, der als Einzeltäter betrachtet wird.

Gorka verspricht "schnelle Identifizierung und Neutralisierung" von "Pro-gender"-Personen

Gorka fuhr maritalisch fort: "Unsere nationalen Maßnahmen zur Terrorismusbekämpfung werden die schnelle Identifizierung und Neutralisierung gewalttätiger, säkularer politischer Gruppen priorisieren, deren Ideologie antiamerikanisch, radikal pro-gender oder anarchistisch ist, wie etwa die Antifa."

Donald Trump hatte schon im Wahlkampf 2024 auf Transfeindlichkeit gesetzt – und in den letzten Tagen seiner Kampagne für entsprechende Spots Millionen von Dollar ausgegeben (queer.de berichtete). Mit dieser Taktik konnte er laut Analysen viele konservative, evangelikal-christliche Wähler*innen an die Wahlurnen locken. Nach der Wahl schränkte er sofort mit Dekreten die Rechte von geschlechtlichen Minderheiten ein: So ordnete der Staatschef an, dass trans Menschen wegen ihrer Geschlechtsidentität aus den amerikanischen Streitkräften entlassen werden müssen (queer.de berichtete).

Trans Menschen wurden auch immer wieder pauschal als Gewalttäter*innen diffamiert – etwa, nachdem eine trans Frau im August 2025 in Minneapolis einen Amoklauf mit zwei Toten begangen haben soll (queer.de berichtete). Allerdings geben die Fakten keine strukturelle Gefahr durch trans Attentäter*innen her – ganz im Gegenteil: Laut The Violence Project sind weniger als 0,1 Prozent der Tatverdächtigen in den rund 5.800 amerikanischen "Mass Shootings" zwischen 2013 und 2025 trans. Geschlechtliche Minderheiten sind damit bei diesen extremen Gewalttaten unterrepräsentiert, da ihr Anteil an der US-Bevölkerung laut einer aktuellen Gallup-Umfrage aus dem letzten Jahr 1,3 Prozent beträgt (queer.de berichtete). (dk)

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